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Mitschuld an Unfall wegen Radfahren ohne Helm


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Thomas Nolting
Stand: 30.10.2013

Helmpflicht
Ein Fahrradhelm kann vor Kopfverletzungen schützen

Update: Der Bundesgerichtshof hat am 17.06.2014 entschieden, dass es keine gesetzliche Helmpflicht gibt und der Radfahrerin somit keine Mitverantwortung an ihrer Kopfverletzung angelastet werden kann (Az. VI ZR 281/13).

Ist ein Radfahrer ohne Helm unterwegs und in einen Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer verwickelt, kann dem Radfahrer bei einer Verletzung am Kopf ein Mitverschulden angelastet werden, auch wenn der anderer Verkehrsteilnehmer eigentlich den Unfall verursacht hat. Das hat das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht entschieden (Az. 7 U 11/12).

Als eine Radfahrerin auf der Straße fuhr, hat sich die Tür eines am Fahrbahnrand parkenden Fahrzeuges geöffnet. Die Radfahrerin konnte nicht mehr reagieren und prallte mit voller Wucht gegen die Tür. Der Sturz war so unglücklich, dass sie auf dem Hinterkopf landete und schwere Schädel-Hirnverletzungen erlitt. Sie musste zwei Monate im Krankenhaus verbringen. Die Radfahrerin klagte vor Gericht daraufhin auf eine volle Kostenübernahme der bisherigen Behandlung und allen weiteren Kosten, die ihr in Zukunft aufgrund der Verletzung entstehen. Außerdem forderte sie ein angemessenes Schmerzensgeld von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Beklagten, womit dieser aber nicht einverstanden war. Demnach habe die Radfahrerin Mitschuld an den Kopfverletzungen, da sie keinen Fahrradhelm getragen hat.

Das Gericht hat nun entschieden, dass die Radfahrerin 20 Prozent des Schadens selber tragen muss, da sie keinen Fahrradhelm getragen hat und die Kopfverletzungen deswegen so schlimm ausgefallen sind. Fahrradfahrer hätten zwar keine Pflicht einen Helm zu tragen, allerdings seien Fahrradfahrer besonders gefährdet, Kopfverletzungen davon zu tragen. „Die grobe Fahrlässigkeit des Fahrzeughalters überwiegt hier zwar eindeutig, allerdings hat die Radfahrerin hier ein sogenanntes Verschulden gegen sich selbst zu verantworten. Ein Fahrradhelm hätte sie vor Kopfverletzungen schützen können“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Nolting.

Bildquelle: bradleygee/flickr/cc-by

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