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Kindesschutzverfahren: Behandlung eines Kindes gegen den Willen der Eltern

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Alexandra Wimmer
Stand: 18.10.2013

Kindeswohlgefährdung
Bei Kindeswohlgefährdung darf das Kind gegen den Willen der Eltern untersucht werden

Um das Wohl eines minderjährigen Kindes zu schützen, kann das Jugendamt Eltern das Aufenthaltungsbestimmungsrecht und das Recht zur Gesundheitsfürsorge entziehen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 8 UF 17/13).

Ein fünfzehnjähriges Kind wies 2012 auffällig hohe Fehlzeiten in der Schule auf. Die Schule versuchte die Eltern zu kontaktieren und schrieb ihnen einen Brief. Als keine Reaktion erfolgte, haben sie ihnen eine Einladung für eine Schulunfähigkeitsuntersuchung zugesandt. Doch auch darauf gab es keine Reaktion. Daraufhin leitete das zuständige Jugendamt ein Kindesschutzverfahren ein. Das Kind sollte in einer Kinderklinik stationär behandelt werden und auf Verhaltensstörungen untersucht werden. Die Eltern willigten ein und das Kind wurde zwei Monate lang behandelt. Dabei stellten die Ärzte gestörte persönliche Verarbeitungsmechanismen fest. Die Eltern nahmen das Kind dann wieder mit nach Hause, ohne dem Jugendamt Bescheid zu geben. Daraufhin ging das Jugendamt vor Gericht, um eine vorläufige einstweilige Anordnung zu bewirken. Damit entzog das Gericht den Eltern das Aufenthaltunsbestimmungsrecht für das Kind sowie das Recht der Gesundheitsfürsorge.

Die Eltern waren damit nicht einverstanden und legten Beschwerde gegen die Anordnung ein. Jedoch ohne Erfolg, da die Richter des Oberlandesgericht Hamm das Kindeswohl als gefährdet ansahen. „Das Kind hat häufig in der Schule gefehlt und zudem hat die Untersuchung psychische Probleme bei dem Kind festgestellt“, erklärt Rechtsanwältin Alexandra Wimmer. Die Richter stellten fest, dass für das Kind nur dann eine Heilungschance besteht, wenn es eine Zeit lang nicht bei der Familie untergebracht wird.

Bildquelle: GOVBA/flickr/cc-by

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