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Rudi Assauers Scheidung ist trotz Alzheimer gültig

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kasper
Stand: 18.10.2013

Rudi AssauerRudi Assauer als Schalke-Manager, als es ihm gesundheitlich noch besser ging

Kann ein Alzheimer-Patient seine Trennungsabsicht aufgrund seiner Krankheit im Gerichtsverfahren nicht mehr klar äußern, so kann eine Scheidung dennoch möglich sein. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm im Fall des Ex-Fußballmanagers Rudi Assauer, der zuvor seinen Scheidungswillen erklärt hatte (Az. 3 UF 43/13).

Im Frühjahr 2011 heiratete Assauer seine 20 Jahre jüngere Freundin und trennte sich von ihr bereits nach acht Monaten. Als 2012 die Betreuerin für den Alzheimererkrankten die Scheidung einreichte, lebte er schon von seiner Frau getrennt. Diese akzeptierte den Scheidungsantrag jedoch nicht – sie ist der Meinung, dass ihr Mann trotzalledem zu ihr zurückkehren würde. Nach dem Trennungsjahr lagen dem Gericht nun alle Voraussetzungen für eine Scheidung vor.

Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte die Scheidung. Die Ehe sei nach Ansicht der Richter gescheitert und eine Wiederaufnahme der ehelichen Lebensgemeinschaft sei nicht zu erwarten. Zudem sei es unerheblich, dass der 69-Jährige in der mündlichen Gerichtsverhandlung nicht mehr fähig war, seinen Scheidungswillen zweifellos darzulegen. Das habe er schon zuvor im Betreuungsverfahren getan, als die Richter ihn persönlich anhörten und den Willen zur Trennung feststellten. Dieser wurde mit einer fachärztlichen Stellungnahme bestätigt, obgleich der Alzheimer-Patient die Bedeutung der Ehe nicht mehr erfassen könne.

„Dieses Urteil zeigt, dass es unter gewissen Umständen möglich ist, sich scheiden zu lassen, auch wenn man zum Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung es nicht mehr kundtun kann“, kommentiert Rechtsanwältin Jetta Kasper die Tragweite des Urteils.

Bild: Produnis/Wikimedia Commons/cc-by-sa

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