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Getrübte Freude an spanischen Ferienimmobilien


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 14.10.2013

Die Freude am hohen Erholungswert einer Ferienimmobilie an der sonnigen Mittelmeerküste Spaniens kann für ihre deutschen Besitzer und Nutzer sehr schnell getrübt werden. Haben die arglosen Ankäufer aus Deutschland nämlich, wie allgemein üblich, zwecks Einsparung der spanischen Wertzuwachs- und Erbschaftssteuern bei Erwerb des Anwesens eine spanische Kapitalgesellschaft zwischengeschaltet, rennt ihnen in der Regel bald darauf der deutsche Fiskus daheim die Türen ein. Und das zu Recht, wie der Bundesfinanzhof entschieden hat (Az. I R 109/10).

„Dieses nur scheinbar günstige Gestaltungsmodell, bei dem die Gesellschafter offiziell als Nutzende der Immobilie in Deutschland wohnen, wird hierzulande nämlich teuer, weil für die Immobiliennutzung in Spanien keine oder keine marktübliche Miete gezahlt wird“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos den aktuellen Münchener Richterspruch. Der Mietverzicht stellt eine verdeckte Gewinnausschüttung der Gesellschaft an ihre Gesellschafter dar, die vom deutschen Fiskus als Einkommen hoch besteuert wird.

Im konkreten Fall traf es ein deutsches Ehepaar mit der Nachzahlungsforderung für eine geschätzte Kostenmiete zuzüglich eines Gewinnzuschlags von immerhin rund 78.000 Euro – und zwar jährlich. Die beiden hatten für sich und ihre zwei Kinder im Jahre 2000 für umgerechnet circa 1,2 Millionen Euro ein 1.000 Quadratmeter großes Grundstück mit Einfamilienhaus und Swimmingpool auf Mallorca erworben und dafür eine spanische Sociedad Limitada, vergleichbar einer deutschen GmbH, zwischengeschaltet. Was ihnen nun teuer zu stehen kommen sollte.

Allerdings dürfte die allgemeine Gefahr einer solchen Nachversteuerung von 2013 an eher gering sein. Das seither geltende neue deutsch-spanische Abkommen zur Vermeidung von Doppelversteuerungen beschränkt das Besteuerungsrecht für derartige Gewinnausschüttungen nun in der Regel auf Spanien – egal, ob die Eigentümer und Nutzer der Immobilie normalerweise in Deutschland wohnen oder nicht.

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