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Auszubildender verletzt Kollegen - 25.000 Euro Schmerzensgeld


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke, LL.M.
Stand: 07.10.2013

SchmerzensgeldDer Wurf des Azubis ging im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge

Albert jemand auf der Arbeit mit seinem Kollegen herum und verletzt ihn dabei schwer, muss der Übeltäter Schmerzensgeld zahlen. Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden (Az. 13 Sa 269/13).

Ein Auszubildender einer Kfz-Werkstatt erlaubte sich einen „Spaß“ und warf mit einem 10 Gramm schweren Wuchtgewicht nach seinem Arbeitskollegen. Die Entfernung zwischen dem Auszubildenden und seinem Kollegen hat etwa 10 Meter betragen. Das Wuchtgewicht traf den 18-Jährigen jungen Mann so unglücklich im Bereich des linken Auges, dass er eine schwere Hornhaut- und Oberlidrandverletzung davon getragen hat. Es folgten mehrere Operationen, bei denen unter anderem auch eine künstliche Augenlinse eingesetzt wurde. Da sich eine Hornhautnarbe gebildet hat, muss das Opfer mit einer dauerhaften Sehverschlechterung leben. Dazu kommt der Verlust des räumlichen Sehvermögens. Daraufhin hat er den Auszubildenden auf Schmerzensgeld verklagt.

Die Richter haben der Klage stattgegeben und den Angeklagten verpflichtet, Schmerzensgeld in Höhe von 25.000 Euro zu zahlen. Das Gericht ist der Meinung, dass der angeklagte Azubi fahrlässiges Verhalten an den Tag gelegt und somit die Gesundheit seines Arbeitskollegen beeinträchtigt hat. Wenn jemand einen Gegenstand mit solch einer Wucht auf eine Person werfe, nehme er in Kauf, dass diese erheblichen Schaden nehmen kann. „Da es sich bei der unüberlegten Aktion um keine betriebliche Tätigkeit im Rechtssinne gehandelt hat, sondern um eine fahrlässige Handlung, trägt der Übeltäter die Haftung“, erklärt Rechtsanwältin Dr. Sonja Tiedtke.

Der Kläger beantragte neben der einmaligen Schmerzensgeldzahlung noch eine monatliche Schmerzensgeldrente, was die Richter aber wegen nicht gegebenen Faktoren zurückwiesen.

Bild: hansvandenberg30/flickr/cc-by

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