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Kein Arbeitsunfall nach privatem Telefonat

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Frank Böckhaus
Stand: 02.10.2013

Handy am ArbeitsplatzPrivate Tätigkeiten sind nicht gesetzlich unfallversichert

Ein Unfall auf Arbeit ist üblicherweise über die Berufsgenossenschaft versichert. Wer jedoch privat telefoniert, verliert auch den Versicherungsschutz. Das hat das Landessozialgericht bestätigt und wies die Klage eines Lagerarbeiters ab, der eine Verletzung als Arbeitsunfall geltend machen wollte (Az. L 3 U 33/11).

Der Arbeitnehmer verlies seinen Arbeitsplatz, da es in der Werkshalle zu laut war, um ein kurzes Telefonat mit seiner Frau führen zu können. Als er nach dem Gespräch zurückkehrte, stolperte er an einer Laderampe, verdrehte sich dabei das Knie und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Der Arbeiter beantragte bei der Berufsgenossenschaft, den Vorfall als Arbeitsunfall anzuerkennen. Diese lehnte das jedoch ab mit der Begründung, dass privates Telefonieren auf Arbeit nicht gesetzlich unfallversichert ist. Dagegen reichte der Versicherte Klage ein.

Sowohl das Sozialgericht als auch das Landessozialgericht Hessen wiesen die Klage ab und folgten der Argumentation der Berufsgenossenschaft. Werden auf Arbeit persönliche oder eigenwirtschaftliche Tätigkeiten verrichtet, ist der Unfallversicherungsschutz nicht gegeben – bestätigen die Richter. „Verlässt man aufgrund eines privaten Anliegens den Arbeitsplatz, ist genau das der Fall“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus.

Zwar räumt das Gericht ein, dass private Tätigkeiten auf Arbeit versichert sein können, wenn sie „ganz nebenher“ oder „im Vorbeigehen“ erledigt würden. Ein zwei- bis dreiminütiges Telefonat mit der Frau jedoch falle nicht darunter.

Bild: alumroot/flickr.coom/cc-by

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