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Frauenarzt haftet für zu spät erkannten Brustkrebs


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 10.09.2013

SchadensersatzDer Frauenarzt musste tief in die Tasche greifen

Stellt sich heraus, dass der behandelnde Frauenarzt Brustkrebs nicht rechtzeitig erkannt hat, weil er ein Mammografie-Screening zu spät empfohlen hat, muss er Schmerzensgeld an seine Patientin zahlen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 3 U 57/13).

Die Patientin hat sich mehrere Jahre bei dem Frauenarzt behandeln lassen. 2001 wurde Sie per Mammografie-Screening auf einen möglichen Karzinombefall untersucht, allerdings ohne Befund. Neun Jahre später hat ihr der Arzt zu einer erneuten Mammografie geraten. Diesmal allerdings wurde ein Tumor in der Brust gefunden und musste samt Lymphknoten operativ entfernt werden. Es folgte auch eine Nachbehandlung in Form einer Chemotherapie. Die Frau verklagte ihren Frauenarzt auf 25.000 Euro Schmerzensgeld, da sie der Meinung ist, ihr Arzt hätte bereits ab 2002 zur erneuten Untersuchung per Mammografie raten müssen und nicht erst 2010.

Die Richter des Oberlandesgerichts Hamm haben der Klage stattgegeben, das zugesprochene Schmerzensgeld jedoch von 25.000 Euro auf 20.000 Euro verringert. Der Arzt habe die Pflicht gehabt, bei der erneuten Krebsvorsorgeuntersuchung im Jahre 2008 ein Mammografie-Screening zu empfehlen. Medizinische Sachverständige sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Arzt die Vorsorgeuntersuchung in Form einer Mammografie zwingend hätte empfehlen müssen. Das Gericht wertet die unterlassene Empfehlung sogar als einen groben Behandlungsfehler, da der Frauenarzt der Klägerin ein Medikament verschrieben hatte, welches das Brustkrebsrisiko steigert. Alleine schon deswegen wäre eine gründlichere Untersuchung angebracht gewesen. „Hätte der Arzt nach seinen Pflichten gehandelt, wäre es zu einer früheren Erkennung der Erkrankung gekommen. Somit wären der Patientin Chemotherapie und andere kompliziertere Behandlungen erspart geblieben“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos.

Bild: Images_of_Money/flickr.com/cc-by

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