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Veranstalter haftet nicht für verunreinigten Badestrand

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Michael Zemann
Stand: 10.09.2013

dreckiger StrandÄrgerlich für Urlauber: Eine Kläranlage statt Badestrand

Ist der Strand im Urlaub von einer Kloake verseucht, so ist das zwar ärgerlich, jedoch kann der Urlauber nicht unbedingt den Reiseveranstalter dafür verantwortlich machen. So hat das Amtsgericht München entschieden und wies die Klage der Geschädigten auf Schadenersatz ab (Az. 132 C 15965/12).

Eine Familie hatte eine dreiwöchige Pauschalreise in die Türkei gebucht. Der Badestrand am Urlaubsort war jedoch mit Fäkalien verschmutzt, da ein nahe gelegenes Kanalisationsrohr defekt war und das Abwasser ungefiltert ins Meer gelangen konnte. Nach dem Urlaub erkrankte die gesamte Familie an Fieber und Durchfall – dafür machten sie den verseuchten Strand verantwortlich. Sie verlangten daher vom Veranstalter eine Reisepreisminderung in Höhe von 60 Prozent der knapp 3.000 Euro teuren Reise. Der Reiseveranstalter aber sah es nicht ein zu zahlen, da er vom verdreckten Strand nichts gewusst habe und für so einen Schaden auch nichts kann.

Dieser Ansicht folgte auch das Amtsgericht München und stellte fest, dass die Klägerin keinen Anspruch auf eine Minderung des Reisepreises oder Schadenersatz hat. Denn diesen Reisemangel könne man nicht dem Reiseunternehmen vorwerfen, dieses hat daher auch dafür nicht geradezustehen. Da auch keinerlei Hinweise dafür vorlagen, dass der Veranstalter vom defekten Kanalisationsrohr Kenntnis hatte, hat das Gericht die Klage abgewiesen.

„So ärgerlich so ein Vorfall für Urlauber auch sein mag, muss er im Einflussbereich des Reiseveranstalters liegen, um einen Reisemangel und somit eine Preisminderung geltend machen zu können“, erklärt der Rechtsanwalt für Reiserecht Michael Zemann und führt aus: „Etwas anderes wäre es etwa, wenn etwa ein Reiseprospekt einen feinen Sandstrand abbildet, vor Ort aber nur Felsen und Kies vorzufinden sind.“

Bild: emaspounder/flickr.com/cc-by

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