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Doktorgrad wegen Manipulation und Fälschung entzogen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 03.09.2013

VerwaltungsrechtDie Manipulation von Forschungsergebnissen kann den Doktortitel kosten

Ein Doktorgrad kann auch dann nachträglich aberkannt werden, wenn dem Doktoranden unwürdiges Verhalten in Form von Manipulation und Fälschung seiner Forschungsergebnisse nachgewiesen werden kann. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in einem Urteil entschieden und die Klage eines Physikers somit abgewiesen (Az. 6 C 9.12).

Der Physiker promovierte 1998 an einer baden-württembergischen Universität zum Doktor der Naturwissenschaften und forschte etwa vier Jahre lang an Supraleitungen sowie an der Herstellung von Nano-Bauelementen. Als die Forschungseinrichtung eine Untersuchung an den Forschungen des Physikers durchführen ließ, stellte sich heraus, dass wichtige Daten nicht korrekt archiviert wurden und teilweise auch manipuliert waren. Als Folge dessen entzog ihm die Universität den Doktorgrad, mit der Begründung, dass sich Doktoranden auch durch späteres Fehlverhalten unwürdig erweisen können, den Titel zu führen. Der Physiker klagte gegen diese Entscheidung und bekam vom Verwaltungsgericht Freiburg i. Br. recht.

Erst nach der Berufung der Universität wurde die Klage von der nächsthöheren Instanz abgewiesen. Der Kläger habe eindeutig nicht wissenschaftskonform gearbeitet und muss somit seinen Doktortitel wie gefordert abgeben. „Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen wissenschaftliche Kernpflichten verstößt, der muss mit einem Entzug seines Doktortitels rechnen“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos. Das Bundesverwaltungsgericht ist der Meinung, dass die landesrechtlich festgelegte Entziehungsvorschrift nicht mit dem Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit, der Berufsfreiheit und dem allgemeinen Gleichheitssatz kollidiert.

Bild: VAll d´Hebron Research Institute/flickr.com/cc-by

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