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Pressefotos von Beerdigung - Persönlichkeitsrecht kontra Pressefreiheit


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 20.08.2013

SchadensersatzFotografen können sich nicht immer auf die Pressefreiheit berufen

Macht ein Fotojournalist Aufnahmen von einer Trauerfeierlichkeit, so verletzt er das Persönlichkeitsrecht der Beteiligten und hat dies zu unterlassen. Somit sind Gegenmaßnahmen, welche ein Security-Mitarbeiter ergreift, als Notwehr anzusehen. Das hat das Landgericht Frankfurt (Oder) entschieden (Az. 16 S 251/12).

Als ein Fotojournalist Fotos einer Beerdigung anfertigen wollte, wies ihn ein Wachschutzmann, welcher von der Familie der Verstorbenen angeheuert war, darauf hin, dass keine Bilder gemacht werden dürfen. Die Boulevardpresse wollte dennoch über die private Trauerfeier berichten, da die verstorbene Person ermordet worden war. Der Fotograf ignorierte die Aussage des Security-Mitarbeiters und begann außerhalb vom Friedhof damit, Aufnahmen der Beerdigung anzufertigen. Daraufhin stellte sich der Wachmann vor die Kamera, um weitere Aufnahmen zu verhindern und es kam zu einer Rangelei, bei der sich der Wachmann Prellungen am Handgelenk und Gesicht zuzog. Der Reporter wurde auf Schmerzensgeld verklagt.

Das Gericht hat entschieden, dass der Reporter dem Wachmann ein Schmerzensgeld in Höhe von 600 Euro zahlen muss. Der Fotograf habe kein Recht gehabt, sich gegen die Aufforderung des Klägers zu widersetzen, da der Wachmann die Interessen seines Auftraggebers vertreten hat und das zu Recht. Die Richter sind der Meinung, dass die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten durch Fotoaufnahmen verletzt wurden. Da das Persönlichkeitsrecht unter die durch § 227 BGB geschützten Rechtsgüter fällt, sei die Abwehr solcher Fotoaufnahmen als Notwehr zu werten.

„In diesem Fall überwiegt das allgemeine Persönlichkeitsrecht gegenüber dem Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit. Eine Trauerfeier findet zwar in der Öffentlichkeit statt, allerdings muss hier trotzdem die Privatsphäre der Beteiligten gewahrt werden. Daher wurde die Aktion des Wachmannes als Notwehr gewertet“, erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold.

Bild: epSos.de/flickr.com/cc-by

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