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Kein Lehrerexamen wegen mangelhafter Deutschkenntnisse


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 19.08.2013

ExamenExamensprüfungen müssen im einwandfreien Deutsch verfasst sein

Auch für einen Physiklehrer ist gutes Deutsch Pflicht. Weist der Prüfling schwere Defizite in den Klausuren auf, so kann ihm zu Recht das Staatsexamen verwehrt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Kassel nun bestätigt und verweigerte dem Studenten einen zusätzlichen Prüfungsversuch (Az. 3 K 1407/11).

Der Kläger stammt aus Kasachstan, ist seit 1993 in Deutschland und studierte Mathematik und Physik auf Lehramt an der Universität Gießen. Zweimal bestand er die Examensklausur in Physik nicht, da er deutliche Defizite sowohl in der Rechtschreibung als auch in der Grammatik und Zeichensetzung haben soll. Nach Ansicht der Prüfer ist sein Deutsch derart schlecht, dass er die eigentlich akzeptablen fachlichen Leistungen nicht in richtigem Deutsch wiedergeben konnte. Damit hatte er das Staatsexamen endgültig nicht bestanden. „Klausuren oder Hausarbeiten mit erheblichen sprachlichen oder formalen Mängeln können nicht mehr mit der Note „ausreichend“ bewertet werden, selbst wenn der Inhalt es zugelassen hätte“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos die Rechtslage.

Dennoch wollte sich der gescheiterte Student vor dem Verwaltungsgericht das Examen erstreiten. Er hatte geltend gemacht, dass seine fachlichen Leistungen anerkannt wurden und ihm sogar die Note „gut“ eingebracht hätten. Er wurde also offensichtlich verstanden, daher könne sein Deutsch nicht so schlecht sein. Die mangelhafte Bewertung sei daher nicht gerechtfertigt, nicht zuletzt aufgrund des Zeitdrucks in der Prüfung.

Für das Gericht war diese Argumentation letztlich nicht schlüssig, denn nicht nur die eine Examensprüfung war voller sprachlicher Fehler. Vielmehr seien sie auch in seinen bisherigen Arbeiten vorhanden gewesen. Seine letzte Klausur habe nicht eine Seite ohne mindestens einen gravierenden Fehler. Zudem gelten auch Prüfungen als wissenschaftliche Arbeiten, welche ein hohes sprachliches Niveau erfordern. Nicht zuletzt sei es gerade für einen Lehrer gleich welcher Fachrichtung wichtig, sich korrekt ausdrücken zu können, da ihr Fachwissen nur mit einer sicheren Sprache vermittelt werden kann. Dem Studenten wurde daher kein weiterer Prüfungsversuch gewährt.

Bild: David Feltkamp/flickr.com/cc-by

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