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Krankheit nicht erkannt - Haftung von Hausarzt?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 19.08.2013

ArzthaftungDer Patient hatte sich mit dem H1N1-Virus infiziert

Ein Allgemeinarzt kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn er trotz gründlicher Untersuchung eine Schweinegrippe mit Lungenentzündung nicht erkannt und seinen Patienten nicht in ein Krankenhaus einquartierten lassen hat. Das haben die Richter des Oberlandesgerichts Hamm entschieden (Az. 3 U 26/13 ).

Im vorliegenden Fall besuchte ein Patient seinen Hausarzt, weil ihn hohes Fieber, Husten und ein allgemeines Krankheitsgefühl plagten. Der Facharzt für Allgemeinmedizin erkannte eine grippale Atemwegsinfektion sowie akute Bronchitis und verschrieb dem Erkrankten Medikamente. Nachdem keine Besserung eingetreten war, besuchte der Mann seinen Arzt erneut und bekam ein Antibiotikum verschrieben. Am selben Abend nach der letzten Behandlung ging es dem Erkrankten so schlecht, dass er in ein Krankenhaus gegangen ist und dort als Notfall aufgenommen wurde. Die Diagnose der Krankenhausärzte: Lungenentzündung und eine Infektion mit dem Schweinegrippevirus H1N1. Die Erkrankung war bereits so fortgeschritten, dass der Mann fünf Wochen künstlich beatmet werden musste. Daraufhin hat er seinen Hausarzt auf Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro verklagt. Sein Arzt trage die Schuld an seinem Leiden, da er ihn nicht sorgfältig untersucht und nicht rechtzeitig in ein Krankenhaus eingewiesen hat.

Das Oberlandesgericht Hamm hat die Klage abgewiesen, da der Arzt weder bei der ersten noch bei der zweiten Untersuchung und Behandlung Fehler begangen hatte. Der medizinische Sachverständige, welcher die Umstände in diesem Fall untersucht hatte, kam zu dem Ergebnis, dass der Gesundheitszustand des Mannes sich erst Stunden nach der letzten Untersuchung des Hausarztes verschlechtert hat. „In diesem Fall konnte nachgewiesen werden, dass der Arzt seinen Patienten gründlich untersucht hat. Somit hat er seine ärztliche Pflicht erfüllt“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos.

Bild: NIAID/flickr/cc-by

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