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Kein Schadenersatz bei fehlerhafter Reisebuchung per Telefon

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Juliane Schneewolf
Stand: 07.08.2013

Entstehen Fehler bei der telefonischen Buchung eines Fluges, kann nicht das Reisebüro dafür verantwortlich gemacht werden. So hat das Amtsgericht München entschieden, als eine Reisende versehentlich Flugtickets mit vertauschtem Abflugs- und Ankunftsort buchte (Az. 233 C 1004/13).

Per Telefon buchte die Münchnerin Flüge bei einem Reisebüro für insgesamt vier Personen und holte die Reiseunterlagen noch am selben Tag vor Ort ab und unterschrieb die notwendigen Dokumente. Dass sie damit Flugtickets für die Gegenrichtung erwarb, merkte sie erst am Abflugstag in Antalya, so dass sie vor Ort gezwungen war, neue Flüge zu buchen. Diese Kosten in Höhe von ca. 1.000 Euro verlangte sie vom Reisebüro, da sie der Meinung war, zweifelslos am Telefon Flüge von Antalya nach München gebucht zu haben, und nicht umgekehrt. Das Reisebüro behauptet schlicht das Gegenteil und weigerte sich zu zahlen, woraufhin die Kundin Klage erhob.

Für den zuständigen Richter am Amtsgericht München war die Sache eindeutig: Es sei irrelevant, was am Telefon gesagt wurde – letztlich hat die Klägerin die Buchung im Reisebüro per Unterschrift bestätigt. Diese beinhaltete eindeutig vier Flüge von München nach Antalya. Dabei hätte sie ausreichend Gelegenheit zur Prüfung des Auftrags gehabt.

„Ein einfaches Durchsehen der Reiseunterlagen hätte das folgenreiche Missverständnis beheben können. Da die Auftraggeberin die Buchung persönlich unterschrieben hat, hat sie keine Chance, den Vertragspartner in die Pflicht zu nehmen“, kommentiert Rechtsanwältin Juliane Schneewolf das Urteil.

Bild: Marcin Wichary/flickr.com/cc-by

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