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Sportwagen ist durch Vermietung nicht steuerlich absetzbar


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 04.07.2013

Porsche 911Einen Porsche einfach von der Steuer absetzen, indem man ihn vermietet?

Meldet ein Besitzer seinen teuren Wagen zur gewerblichen Vermietung an, kann er ihn nicht steuerlich absetzen, wenn er die Absicht, dadurch Gewinn zu erzielen, nicht glaubhaft machen kann. Das hat das Finanzgericht Berlin-Brandenburg entschieden und verweigerte damit einem Fahrzeughalter, die laufenden Kosten seines Sportwagens steuerlich geltend zu machen (Az. 3 K 3119/08).

Ein „Vorwäscher“ einer Autowaschanlage besaß einen Porsche 911. Die Kosten für Benzin, Wartung, Versicherung und Steuern wollte er mit seiner Steuererklärung geltend machen. Dazu meldete er eine Autovermietung an, um so die dafür erforderliche gewerbliche Nutzung vorweisen zu können. Das Finanzamt aber verwehrte dem Besitzer, die Verluste aus dem Betrieb geltend zu machen, da eine Gewinnerzielungsabsicht bezweifelt und die Anschaffung des Sportwagens als private Liebhaberei bewertet wurde.

Dagegen wandte er sich mit einer Klage und führte im Prozess an, dass es ihm schon allein wegen seiner Körperfülle und seines Gewichts von 220 kg nicht möglich gewesen war, den Wagen privat zu nutzen. Mit der Vermietung des edlen Sportwagens habe er sich vielmehr eine neue berufliche Basis aufbauen wollen, da er aus gesundheitlichen Gründen auf Dauer nicht in der Autowaschanlage tätig sein könne.

Die Richter des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg aber wiesen die Klage ab. Die Anschaffung nur eines gehobenen Sportwagens deute auf private Zwecke hin. Das Indiz werde auch dadurch nicht entkräftigt, dass der Besitzer den Porsche kaum selbst nutzen konnte. Die private Nutzung beinhaltet auch die Möglichkeit der Lebensgefährtin oder anderen Personen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, den Wagen zu fahren. „Um so einen Sportwagen unzweifelhaft steuerlich geltend zu machen, ist ein schlüssiges Betriebskonzept zur gewerblichen Nutzung erforderlich“, erklärt Rechtsanwalt Tim Vlachos. Da die Vermietung jedoch nur Verluste erwirtschaftete und Einnahmen teilweise ganz ausblieben, waren die Richter davon überzeugt, dass das Finanzamt eine Gewinnerzielungsabsicht zu Recht vermisst hatte.

Bild: Axion23/flickr.com/cc-by

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