Der direkte Draht zum Anwalt:
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00 Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen.

Mitschuld des Auftraggebers am Bauschaden

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer
Stand: 03.07.2013

Cliff House San FranciscoEin Bauvorhaben an der Steilküste ist ein Risikoprojekt

Ein Hauseigentümer kann an seinem Schaden, der aus fehlerhaften Baugutachten resultiert, mitverantwortlich gemacht werden, wenn bewiesen werden kann, dass er das Schadensrisiko auch bei korrekter Planung des Architekten und Statikers eingegangen wäre. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Fall eines abgerissenes Hauses an der Rügener Steilküste (Az. VII ZR 4/12).

Die Eigentümerin eines jahrzehntealten Hauses an der Steilküste von Rügen wollte dieses sanieren und gab daher bei einer Architektengesellschaft und einem Statiker ein Baugrundgutachten in Auftrag. Damit sollte die Sicherheit des Gebäudes geprüft werden, was für die Genehmigung des Sanierungsvorhabens erforderlich gewesen ist. Diese wurde mit der Auflage erteilt, dass eine Bodenuntersuchung vorgenommen wird – die Gutachter aber versäumten diese. Mehrere Monate nach der Sanierung brach ein Stück der Steilküste weg, sodass das Haus unmittelbar am Abgrund stand und schließlich abgerissen werden musste.

Die nunmehr nur noch Grundstückseigentümerin verklagte die beauftragten Architekten und Statiker auf Schadensersatz, dessen Höhe sie mit 2,9 Millionen angegeben hat. Die Beklagten hätten nicht nur gemäß der Auflage den Baugrund untersuchen, sondern ihr auch die konkreten Risiken des Steilküstenabbruchs ausführlich darlegen müssen. Die Fachleute wehrten sich damit, dass die Gefährdung des Abbruchs der Auftraggeberin bewusst gewesen ist. Das Landgericht Stralsund hatte die Klage abgewiesen, während die nächsthöhere Instanz, das Oberlandesgericht Rostock der Klägerin den Anspruch auf Schadensersatz uneingeschränkt zusprach.

Nun entschied der Bundesgerichtshof, dass der Auftraggeberin nicht unbedingt ein Schadensersatz zusteht, da sie eine Mitschuld tragen könnte, wenn die Beklagten nachweisen können, dass die Eigentümerin auch bei fehlerlosen Vorgehen ihrerseits die risikoreiche Sanierung durchgeführt hätte. „Ob das tatsächlich der Fall ist, wird das Berufungsgericht festzustellen haben“, erklärt Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer. Unstrittig war für den BGH ebenso, dass die beklagten Architekten und Statiker die zur Last gelegten Fehler begangen haben und die Auftraggeberin von der Gefahr des Steilhangabbruchs wusste. Lediglich das Risiko sei für sie nicht einschätzbar gewesen.

Bild: Ed Bierman/flickr.com/cc-by

Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-503
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer   |Hier klicken





Rechtsbeiträge
Interessante Fälle aus der E-Mail-Rechtsberatung zu Architektenleistung

Fensterdämmung nach Energiesparverordnung | Stand: 18.07.2012

FRAGE: Ich möchte in meiner Altbauwohnung Fenster aufarbeiten lassen. Mein Schreiner hat hierzu ein Konzept entworfen, bei dem viel von der alten Substanz der Fenster erhalten bleibt. Er weist mich abe...

ANTWORT: Nach der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) wurden bei der Modernisierung von Altbauten mit größeren baulichen Änderungen an der Gebäudehülle die energetischen Bauteilanforderunge ...weiter lesen

Gewerbliches Mietobjekt - Mängel der Mietsache | Stand: 06.03.2012

FRAGE: Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben seit längerem (insges. seit 2 Jahren) Probleme mit unserem Vermieter. Das Mietverhältnis ist gewerblich und somit - nach Meinung unseres Vermieters ...

ANTWORT: Gem. § 535 Abs. 2 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietsache - egal ob es sich um einen Gewerbemietvertrag oder einen Wohnraummietvertrag handelt - dem Mieter in einem zum vertragsgemäße ...weiter lesen

Baugenehmigungsbehörde gibt Vorgaben für Betriebsgelände | Stand: 24.02.2012

FRAGE: In einem kleinen Dorf befindet sich ein Eier verarbeitender Betrieb. Es handelt sich um ein Mischgebiet mit überwiegendem Wohncharakter. Ein Bebauungsplan existiert nicht. Da das Betriebsgeländ...

ANTWORT: Sie haben die Situation in einer Gemeinde im Freistaat Bayern beschrieben. Demnach besteht eine Gefahrensituation, die durch wendende LKW auf der Durchgangstraße hervorgerufen wird. Weiter habe ...weiter lesen

Schadensersatzpflicht nacht Wasserschaden | Stand: 06.02.2012

FRAGE: Ich besitze in Berlin eine Altbau-Eigentumswohnung. In der Etage über meiner Wohnung hat ein anderer Eigentümer Bauarbeiten von einer Firma vornehmen lassen. Bei diesen Arbeiten entstand ei...

ANTWORT: Die Aussage des Bauherrn ist unzutreffend; im Gegenteil haben Sie Ansprüche auf Schadensersatz sowohl gegen den Bauherrn, der für die Baufirma als seinen Erfüllungsgehilfen haftet, als auc ...weiter lesen

Bauamt fordert nichtvorhandene Stellplätze nach | Stand: 05.11.2011

FRAGE: 1982 wurde an einem bestehenden Gebäude in einer bayerischen Stadt der Um- bzw. Einbau von 7 Wohneinheiten vorgenommen.2002 wurde ich - vermittelt über einen Immobilienmakler - Eigentüme...

ANTWORT: 1. Zunächst zu Ihrer Frage, ob Sie für das bestehende Gebäude einen sog. Bestandsschutz in Anspruch nehmen können.Aus hiesiger Sicht kann kein Bestandsschutz in Anspruch genommen werden.Da ...weiter lesen

Haftung eines Generalunternehmers nach dem Werkvertrag | Stand: 28.04.2010

FRAGE: Ich baue z.Zt. ein Haus mit einem Generalunternehmer, mit dem ich einen Werkvertrag geschlossen habe. In diesem Werkvertrag gibt es einen § Haftung/Gefahrentragung, zitiere:Der Auftragnehmer stell...

ANTWORT: Sehr geehrter Mandant,Zunächst gehe davon aus, dass zwischen Ihnen und dem Baustofflieferanten keinerlei vertragliche Beziehungen über die Lieferung der Baustoffe bestehen, sondern dass hie ...weiter lesen

Außerordentliche Kündigung durch den Mieter wegen unbewohnbarem Zustand der Wohnung | Stand: 23.01.2010

FRAGE: Als ich mir meine Wohnung Ende Sep. 2009 angeschaut habe, war noch nicht alles fertig (Erstbezug, Altbau). Aber ich wollte ja auch erst im Jan. 2010 einziehen. Der Vermieter versprach mir, dass bis dahi...

ANTWORT: Sehr geehrte Mandant,Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:Die von Ihnen geschilderten Zustände erscheinen mir nach Ihren Schilderungen offen gestanden katastrophal; eine Wohnung in diese ...weiter lesen


Telefonberatung:
Jetzt anrufen unter0900-1 875 000-503
1,99 €/Min. inklusive 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunknetzen
E-Mail-Beratung:
Jetzt kostenloses Angebot anfordern!Hier gehts los.
Kontakt zum Autor des Beitrages:
Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer   |Hier klicken

SEHR GUT
4.5 Sternenbewertungen

20.707 Kundenbewertungen
Bewerten auch Sie den Anwalt
nach dem Gespräch !

   | Stand: 25.07.2018
Danke hatte angerufen wegen fahren ohne Fahrerlaubnis

   | Stand: 24.07.2018
Leider ist Hr. Koch nicht in der liste, aber ich bin sehr zufrieden mit der netten und kompetenten Beratung.

   | Stand: 18.07.2018
Sehr geehrte Damen und Herren,das ist eine sehr gute PLattform, um offene Fragen zu Rechtsproblemen zu klären.Ich werde sicher wieder einmal nutzen und auch weiter empfehlen.

Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-503
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen



Wichtige Themen:

Rechtsanwalt für Architektenrecht | Architektenrecht | Baurecht (öffentliches) | Baurecht | Bauabnahme | Bauabnahmeprotokoll | Bauherr | Baumangel | Baumängelliste | Bauschäden | Bauvertrag | Konventionalstrafe | Kostenvoranschlag | Mängelliste | Planungsfehler | Sicherungseinbehalt | verdeckte Baumängel | Verdingungsordnung | VOB

Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:


ERFOLGSAUSSICHTEN CHECK

Lassen Sie 10 Anwälte urteilen

Lohnt sich ein Anwalt? Lassen Sie das Risiko Ihrer Rechtsangelegenheit von unabhängigen Rechtsanwälten bewerten. ...weiter lesen
Hilfreiche und viele kostenlose Produkte:

HOMEPAGE TOOLS
NEU und exklusiv für Webmaster

Machen Sie Ihre Website rechtssicher! Mit unseren kostenlosen Homepage-Tools minimieren sie das Risiko einer Abmahnung. Egal ob Impressum, Disclaimer oder AGB. ...weiter lesen
Recht auf Ihrer Website

JURA TICKER

Die neuesten Meldungen auf Ihrer Website
Der Jura-Ticker bietet Ihren Besuchern aktuelle Gerichtsurteile, die stets interessant und leserfreundlich geschrieben sind. Dieser Content ist kostenlos in jede Website integrierbar und wird von uns regelmäßig mit einer neuen Meldung bestückt. Rechtsgebiete, Größe und Farben des Tickers können dabei an den eigenen Internetauftritt angepasst werden.

Anwaltshotline
Der direkte Draht zum Anwalt:

0900-1 875 000-503
(1,99 EUR/Min* | 07:00 - 01:00Uhr)
*inkl. 19% MwSt aus dem Festnetz der Deutschen Telekom; ggf. abweichende Preise aus Mobilfunktnetzen


E-Mail Beratung Online-Rechtsberatung per E-Mail. Antwort innerhalb weniger Stunden „schwarz auf weiß“. Jetzt Anfragen