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Kein Versicherungsschutz wegen Jägerlateins


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 28.06.2013

Bei einem Unfall mit Tieren haftet zwar immer zunächst der Tierhalter, doch es ist ein Mitverschulden des Opfers anzunehmen, wenn die Aufsicht über die Tiere bei ihm lag.  Insofern ist entscheidend, ob ein Jäger bei einem Unfall mit seinen Hunden überhaupt dabei war oder ob seine der Versicherung erklärte Anwesenheit nur sprichwörtliches Jägerlatein ist. Letzteres wertete das Oberlandesgericht Karlsruhe als arglistige Täuschung der Jagdhaftpflichtversicherung über den Schadenshergang und stellte diese damit von allen Leistungen frei (Az. 12 U 204/12).

Bei einer Gesellschaftsjagd war eine Treiberin gestürzt und hatte einen Meniskus- und Bänderabriss erlitten. Sie musste mehrfach operiert werden und verlangte 10.000 Euro Schmerzensgeld. Die sollte die Jagdhaftpflicht eines der Jäger tragen. Dessen zwei Hunde seien nämlich - so seine beim Versicherer eingereichte Darstellung des Unfallhergangs - schon am Ende der Jagd wegen eines Rehs plötzlich noch einmal losgejagt und hätten mit ihrer Leine die Frau umgerissen.

Was allerdings glatt gelogen war. Vor Gericht jedenfalls räumte der Jäger dann ein, er habe seine Hunde zum Unfallzeitpunkt gar nicht an der Leine geführt, sondern beide Tiere schon morgens vor der Jagd der dann später Verunglückten übergeben und sei selber erst nach dem Unfall hinzugekommen. Diesen - richtigen - Hergang des Unfalls habe er zwar seinem Versicherungsmakler geschildert, doch der meinte, dass man das so nicht schreiben könne. Letztlich habe er dann die vom Versicherungsmakler formulierte und geschriebene Schadensanzeige mit der falschen Darstellung des Hergangs unterzeichnet.

Womit die Versicherung zweifellos arglistig getäuscht werden sollte. Wobei es gar nicht einmal auf den Nachweis einer Bereicherungsabsicht ankommt. "Eine arglistige Täuschung liegt bereits bei der Vorspiegelung falscher oder dem Verschweigen wahrer Tatsachen gegenüber dem Versicherer zum Zwecke der Erregung oder Aufrechterhaltung eines Irrtums vor", erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold das inzwischen rechtskräftige Urteil.

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