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Fortbildung in Pseudowissenschaft kann nicht steuerlich abgesetzt werden


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Markus Dorsch
Stand: 25.06.2013

FilesharingDas Finanzamt bezweifelt den beruflichen Bezug bei pseudowissenschaftlichen Fortbildungen

Möchte sich ein Bankbetriebswirt in „Psycho- und Pathophysiognomik“ fortbilden, so kann er das tun, jedoch nicht die Aufwendungen des pseudowissenschaftlichen Seminars als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Das hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden und bestätigte damit die Auffassung des Finanzamts, dass hier private Beweggründe, das Seminar zu besuchen, den beruflichen deutlich überwiegen (Az. 5 K 1261/12).

In einer Veranstaltung über „Psycho- und Pathophysiognomik“ lernte ein Bankbeschäftigter, wie von physiologischen Details des Körpers auf psychische Wesenszüge zu schließen sei. Merkmale wie Schädelform, Mimik und Gestik sollen Auskunft über Charakterzüge, Temperament und die Seele geben. Sein Arbeitgeber hatte die Kosten der Fortbildung teilweise übernommen. Nun wollte er die verbleibenden Aufwendungen in seiner Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Die wissenschaftlich nicht anerkannten Methoden benötige der Bankbetriebswirt, da er beruflich mit der Bewerberauswahl der Auszubildenden betreut ist.

Das Finanzamt aber war davon überzeugt, dass es sich bei diesen Lehren um eine Pseudowissenschaft handelt und die Aufwendungen daher privat veranlasst sein müssen. Die Klage des Angestellten daraufhin vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte jedoch keinen Erfolg. Die Richter sind zwar der Ansicht, dass es sich um gemischte Aufwendungen handelt, die private der beruflichen aber deutlich überwiegt. Der Kläger konnte nicht nachweisen, inwiefern Veranstaltungen mit den Namen „Selbstverwirklichungswille“ oder “Einfühlsames Erfragen der Anlagen, um Gesundheit und Krankheit zu erkunden“ eine berufliche Relevanz haben sollen. „Fortbildungskosten sind zwar als Arbeitnehmer meist problemlos steuerlich absetzbar, in so einem Fall privater Veranlassung verweigerte das Finanzamt zurecht die Anerkennung als Werbungskosten“, erklärt Rechtsanwalt Markus Dorsch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision wurde nicht zugelassen.

Bild: pasukaru/flickr.com/cc-by

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