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Fahrerflucht bei Dunkelheit und Regen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 20.06.2013

Wer einen Unfall verursacht, bei dem Hab und Gut anderer in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnten, darf sich nicht einfach vom Unfallort entfernen und abwarten, ob die Geschädigten ihn finden und sich bei ihm melden würden. Selbst und gerade dann, wenn spätabendliche Dunkelheit und strömender Regen eine Inspektion der Unfallstelle faktisch unmöglich machen und der wirkliche Schaden erst am nächsten Morgen buchstäblich zutage tritt. Darauf hat das Amtsgericht Wesel bestanden (Az. 5 C 372/12).

Ein Paketzusteller fuhr mit seinem Auto gegen einen großen Findling. Der Stein stieß dabei offenbar gegen eine dahinter liegende Grundstücksmauer, die dadurch beschädigt wurde. So erheblich, dass die Reparatur der Mauer schließlich knapp 2.000 Euro kostete. Eine Beschädigung, die der Unfallverursacher trotz dieses Ausmaßes aber gar nicht mitbekommen haben will. Es war stockdunkel und regnete in Strömen, sodass ihm nach dem Zusammenstoß zwar der Stein des Anstoßes, aber nicht das Loch in der Mauer dahinter aufgefallen war. Obwohl Eile geboten war, da er noch 20 weitere Adressaten auf der abendlichen Auslieferungsliste hatte, habe er sogar noch an der Haustür daneben geklingelt, um für alle Fälle seine Daten zu hinterlassen. Aber niemand machte auf, weshalb er dann schließlich weitergefahren sei. Jedoch am nächsten Morgen vorsorglich seinen Arbeitgeber von dem Zusammenstoß mit dem Stein informiert habe.

Laut Amtsgericht ein klarer Fall von Fahrerflucht. "Denn der Mann hat sich nach dem Unfall vorsätzlich vom Unfallort entfernt, bevor er zugunsten des Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeuges und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit ermöglicht hatte", erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold. Gerade seine Aussage, er habe ja noch, wenn auch vergeblich, an der Haustür geklingelt, lässt den Schluss zu, dass er zumindest mit einem Schaden an der Mauer rechnete und diesen billigend in Kauf nahm. Er wusste, dass er gegen den Stein gefahren war, und den wirklichen Schaden an der Mauer konnte er nur deshalb nicht sehen, weil es einfach zu dunkel war.

Jedenfalls habe er damit versäumt, sich zeitnah nach dem Vorfall mit dem Geschädigten bzw. der Polizei in Verbindung zu setzen, um die erforderlichen Feststellungen im Zusammenhang mit dem Unfall wenigstens nachträglich zu ermöglichen. Tatsächlich musste er von der Polizei erst aufwendig ermittelt werden. Womit die Versicherung sich zu Recht weigert, für den Schaden aufzukommen und die vorerst dem Hauseigentümer verauslagten Reparaturkosten nunmehr vom flüchtigen Unfallverursacher zurückverlangt.

 

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