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Dach durch Schnee eingestürzt - Dachdecker haftbar

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Petra Nieweg
Stand: 20.06.2013

BaumangelStatikwerte von Gebäuden sind ausschlaggebend für die maximale Traglast

Stürzt das Dach einer Lagerhalle aufgrund einer Schneelast ein, so kann die Dachdeckerei zu einer Schadensersatzzahlung verpflichtet werden, wenn bauliche Mängel die Ursache sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 12 U 75/12).

Die Dachdeckerei war beim Bau der Lagerhalle unter anderem für den Fassaden- und Dachbau zuständig. Der Auftraggeber gab der Dachdeckerei genaue statische Angaben, nach denen die Baupläne und Zeichnungen auch angefertigt werden sollten. Die Dachdeckerei konstruierte das Dach aber nicht nach den Vorgaben. Als die Lagerhalle fertiggestellt und vom Auftraggeber abgenommen wurde, ahnte dieser nicht, dass die Statik der Konstruktion nicht die ursprünglich geplanten Werte aufwiesen. Der Fehler hatte enorme Auswirkungen, denn nach massivem Schneefall stürzte das Dach der erst sechs Monate alten Lagerhalle ein. Daraufhin klagte der Auftraggeber vor Gericht und verlangte zwei Millionen Euro Schadensersatz von der Dachdeckerei.

Das Gericht gab der Klage statt. „Bauunternehmen müssen die Verantwortung übernehmen, wenn der Bau Mängel aufweist und es deswegen zu Schäden kommt“, so Rechtsanwältin Petra Nieweg. Es sei in diesem Fall offensichtlich, dass das Dach der Lagerhalle nur eingestürzt ist, weil die Dachdeckerei die Vorgaben ignoriert hat. Die Behauptung dieser, dass der Auftraggeber die bauliche Änderung abgesegnet habe, konnte vor Gericht nicht bewiesen werden. Eine Mitschuld des Auftraggebers schlossen die Richter aus. Der Grund: Sie haben nicht die Pflicht, Baupläne und Zeichnungen erneut zu prüfen. Die Höhe der Schadensersatzforderung konnte das Oberlandesgericht Hamm nicht festlegen und verwies den Fall deswegen zurück an das Landgericht Siegen.

Bildquelle: Bryn Pinzgauer/flickr.com/cc-by

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