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Verschwiegener Seitensprung


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 14.06.2013

Offenbart die Ehefrau trotz ausdrücklicher Nachfragen des Ehemanns nicht einen Ehebruch während der Empfängniszeit, so ist es nicht dem Mann anzulasten, dass er sich auf die Treueschwüre seiner Frau verlassen und nicht auf der Einholung eines Vaterschaftstests bestanden hat. Vielmehr rechtfertigt dieses schwerwiegende persönliche Fehlverhalten der Frau den ausnahmsweisen Ausschluss eines Versorgungsausgleichs. Das hat das Oberlandesgericht Köln entschieden (Az. 4 UF 226/12).

Die Frau gab ihren Seitensprung erst acht Jahre nach der Geburt des Kindes zu. Auf die ausdrückliche Vorhaltungen des Mannes schon während der Schwangerschaft bzw. unmittelbar nach der Entbindung hatte sie den Ehebruch immer in Abrede gestellt und den Ehemann bewusst in dem falschen Glauben gelassen, dass allein er als Vater des Kindes in Betracht komme.

„Dadurch hat die Ehefrau in einer elementaren persönlichen Frage in die Lebensgestaltung des Ehemannes eingegriffen und ihm insbesondere bei anschließender Fortsetzung der Ehe seiner autonome Entscheidungsmöglichkeit beraubt", erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold. Was deshalb im Rahmen des Versorgungsausgleichs als offensichtlich schwerwiegendes persönliches Fehlverhalten der Frau zu werten ist.

Vor allem aber kann dem Ehemann nicht Leichtsinn vorgeworfen werden, weil er während des ehelichen Zusammenlebens seiner Ehefrau vertraut und ihr geglaubt hat, dass sie nicht gegen die eheliche Treuepflicht verstoßen habe. Zumindest hätte sie seine ausdrücklichen Nachfragen nach seiner Vaterschaft wahrheitsgemäß beantworten müssen. Wogegen allein schon seine Forderung, einen Vaterschaftstest einzuholen, die scheinbar intakte Ehe erheblich belastet und aus seiner Sicht möglicherweise zu Unrecht gefährdet hätte.

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