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Hochwasser: Vermieter kann in die Pflicht genommen werden

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kogan
Stand: 14.06.2013

Mietminderung bei HochwasserMieter können bei Hochwasser unter Umständen die Miete mindern

Hausbesitzer haben es oft schwer, Hochwasserschäden zu versichern – betroffene Mieter aber können bei Hochwasser unter Umständen einen Mietmangel geltend machen. „Ist mit regelmäßigem Hochwasserstand zu rechnen, hat der Vermieter entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen“, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper, „andernfalls kann sein Mieter die Miete mindern.“

Mit dieser Begründung sprach auch das Landgericht Kassel einem Mieter die dauerhafte Minderung der Kaltmiete um ca. fünf Prozent zu, da sein Keller im Winter oft unter Wasser steht (Az. 1 S 128/96). Das Haus befindet sich in einem Hochwassergebiet, worin aufgrund Schneeschmelze, starken Regen und Wärmeeinbruch regelmäßig mit einem hohen Wasserstand zu rechnen ist. Sichert der Hauseigentümer den Keller dagegen nicht hinreichend, ist der Mieter in der Nutzung des Raumes eingeschränkt. Das Gericht ist davon überzeugt, dass der Keller nicht ganz und gar unbenutzbar wäre, da Gegenstände auf Regalen gelagert werden könnten. Daher orientierten sich die Richter bei der Minderung an Kosten für eine zusätzlich angemietete Garage, die vor Ort nicht allzu hoch ausgefallen wären.

Sind die Mieträume aufgrund des Hochwasserschadens gänzlich unbewohnbar, muss unter Umständen gar keine Miete gezahlt werden. So urteilte etwa das Landgericht Leipzig zugunsten eines Opfers der Jahrhundertflut vom Sommer 2002 (Az. 1 S 1314/03). „Auch wenn der Vermieter solch ein Naturereignis nicht vorhersehen kann, hat der Mieter hier ein hundertprozentiges Mietminderungsrecht, wenn die Gebrauchstauglichkeit seiner Wohnung vollständig verloren ist“, so die Anwältin für Mietrecht.

In einem anderen Fall von Hochwasser in der Mietwohnung erklärten die Richter des Amtsgerichts Friedberg den Vermieter sogar für schadenersatzpflichtig und die fristlose Kündigung seiner Mieter für rechtmäßig (Az. C 1326/94-11). Er musste daher für deren Hotelkosten, Maklergebühr und Umzugskosten aufkommen.

Bild: Maja Dumat/flickr.com/cc-by

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