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Entschädigung für minderwertigere Ersatzunterkunft


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Tim Vlachos
Stand: 10.06.2013

Reisemangel
Bei Überbuchung kann der Reiseveranstalter haftbar gemacht werden

Reisende können vom Vertrag zurücktreten und eine Entschädigung vom Reiseveranstalter fordern, wenn im gebuchten Hotel kein Zimmer mehr frei und das Ersatzhotel qualitativ minderwertiger als das gebuchte Objekt ist. Das hat das Landgericht Frankfurt entschieden (Az. 2-24 S 199/11).

Ein Reisender und seine Lebensgefährtin wurden nach Ankunft in Ägypten in einem anderen Hotel untergebracht, als ursprünglich gebucht. Das Ersatzhotel war von der Qualität, Ausstattung und Lage deutlich niedriger zu bewerten als das Hotel, welches gebucht wurde. Eine Reklamation vor Ort brachte den Reisenden nichts, woraufhin diese den Reisevertrag kündigten und gleichzeitig auch den vollen Reisepreis sowie eine Schadensersatzzahlung wegen vergangener Urlaubsfreude forderten.

Nach Meinung der Richter wurde der Reisevertrag wirksam gekündigt und die Reisenden haben demnach Anspruch auf die Rückzahlung des gesamten Reisepreises. Der Reiseveranstalter argumentierte zwar, dass er den Reisenden ein Ersatzhotel angeboten hat, die Reisenden das Angebot aber nicht angenommen haben. Die Richter stellten klar, dass Reisende bei einer Überbuchung des ursprünglich gebuchten Hotels, ein Angebot auf eine Ersatzunterkunft nicht zwingend annehmen müssen. Hier handele es sich nämlich um einen erheblichen Mangel. Der Reiseveranstalter habe gewisse Leistungspflichten zu erfüllen und dazu gehöre auch die Unterbringung im gebuchten Hotel. „Nur wenn das Ersatzhotel ähnliche Eigenschaften aufweist wie das gebuchte Hotel, haben Reisende kein Rücktrittsrecht vom Vertrag“ so Rechtsanwalt Tim Vlachos. In diesem Fall war die Ersatzunterkunft aber qualitativ deutlich niedriger anzusehen als das gebuchte Hotel.

Insgesamt waren sieben Tage Urlaub geplant, allerdings brachen die Urlauber den Urlaub nach dem dritten Tag ab und verbrachten die restlichen Tage Zuhause. Deswegen sprachen die Richter den Reisenden neben der Rückzahlung des Reisepreises auch eine Entschädigung in Höhe von 1050 Euro zu.

Bildquelle: EtienneT/flickr/cc-by

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