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Einberufung einer Gesellschafterversammlung - nicht alle eingeladen

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Bernd Beder
Stand: 30.04.2013

Frage: Ich bin Geschäftsführer der Gesellschaft und will auf der nächsten Vollversammlung wichtige Beschlüsse betreffs unserer zukünftigen Ausrichtung fassen lassen. Inzwischen ist mir aber einer unserer Gesellschafter "abhanden" gekommen. Weil ich nicht weiß, wo er abgeblieben ist, kann ich ihm auch keine Einladung zustellen. Platzt damit die ganze Einberufung der geplanten Versammlung?

Antwort: Die unkorrekte Einberufung einer Gesellschafterversammlung kann in der Tat folgenschwer sein. Wer zur Teilnahme berechtigt ist, muss auch eingeladen werden - egal, welches Gewicht seiner Stimme zukommt. Ansonsten können die zu fassenden Beschlüsse nichtig oder zumindest anfechtbar werden.

Nichtige Beschlüsse haben grundsätzlich keine Wirksamkeit. Werden sie trotzdem ins Handelsregister eingetragen, wird die Nichtigkeit erst 3 Jahre nach Eintragung automatisch geheilt. Es sei denn, der nicht eingeladene Gesellschafter taucht schon vorher wieder auf und genehmigt die in seiner Abwesenheit gefassten Beschlüsse dann nachträglich.

Ist Ihnen das alles aber zu ungewiss und wollen Sie darauf nicht warten, können Sie in diesem Fall auch auf eine öffentliche Zustellung der Einladung zurückgreifen. Oder einen sogenannten Abwesenheitspfleger beim Amtsgericht bestellen. Abwesenheitspfleger dürfen zum Einsatz kommen, wenn eine Benachrichtigung nicht möglich oder mit einer rechtzeitigen Rückkehr des zu ladenden Gesellschafters nicht zu rechnen ist.

Das GmbH-Gesetz schreibt übrigens vor, dass die Einladung mittels eines Einschreibens erfolgen muss. Das Problem dabei: Es gibt mittlerweile zwei Arten von Einschreiben - per Übergabe oder per Einwurf. Doch juristische Laien, wie die in der Mehrzahl rechtsunkundigen Geschäftsführer, dürften allein anhand des Gesetzeswortlautes nicht in der Lage sein, die Notwendigkeit einer besonderen Einschreibeart zu erkennen. Und rechtlich ist der Zugang der Einladung sowieso keine Voraussetzung für die Wirksamkeit der Einladung.

Einzuhalten sind allerdings die formellen Anforderungen wie die Ladungsfrist, richtige Adressierung der Gesellschafter, Mitteilung von Ort, Zeit und Tagesordnung usw. Die Versammlung muss von Ihnen als GmbH-Geschäftsführer binnen mindestens einer Woche einberufen werden.

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