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Satte Stromnachzahlung wegen Cannabisanbau

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Jetta Kogan
Stand: 25.04.2013

Betrug
Die Polizei beschlagnahmte insgesamt 340 Kilogramm Cannabis

Manipuliert man eine Stromleitung so, dass sie den Stromzähler umgeht, darf der Stromanbieter den Verbrauch schätzen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 19 U 69/11). Im vorliegenden Fall umging der Angeklagte die Messung des angeschlossenen Stromzählers und nutzte den Strom für die Versorgung einer Cannabisplantage in einer Wohnung. Diese umfasste ein aufwendiges Lüftungs-, Bewässerungs-, Dünge- und Belichtungssystem und verbrauchte innerhalb von etwa zwei Jahren Strom im Wert von 53.000 Euro. Den Verbrauch schätzte der Energieversorger und ermittelte den Stromverbrauch zusätzlich durch ein Gutachten. Der angeklagte „Stromdieb“ behauptete, er habe deutlich weniger Strom verbraucht und wollte die geforderte Summe nicht zahlen.

Das Gericht hat zugunsten des Stromanbieters entschieden und den Cannabisanlagen-Betreiber dazu verurteilt, die 53.000 Euro Stromkosten nachzuzahlen. Der Richter ist der Meinung, dass der Stromanbieter in diesem Fall das Recht hat, den Stromverbrauch zu schätzen. „Weil der Angeklagte den Stromzähler umgangen hat, trägt er die Beweislast und muss nachweisen, dass er weniger Strom verbraucht hat der Stromanbieter behauptet“, so Rechtsanwältin Jetta Kasper. Der Angeklagte konnte diesen Beweis aber nicht erbringen.

Der Behauptung des Angeklagten, er habe die „Grünanlage“ erst wenige Monate im Betrieb, glaubte der Richter nicht, da er auf das Gutachten verweist, welches der Stromanbieter durchführen ließ. Der Richter war außerdem davon überzeugt, dass er die Wohnung vor etwa zwei Jahren nur für den Anbau von Cannabis angemietet hat. Auf der Plantage hatten die Beamten 340 Kilogramm Marihuana im Wert von etwa 2,5 Millionen Euro sichergestellt. Dafür wurde er zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Bildquelle: r0bz/flickr/cc-by

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