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Steuerfrei schenken oder erben mit Freibeträgen


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 15.04.2013

steuerfrei erben Im Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz sind bestimmte Freibeträge vorgesehen

Da ein Erbe nicht selten einen beträchtlichen Wert hat, kann die zu entrichtende Erbschaftssteuer richtig teuer werden. Das Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz sieht aber verschiedene Freibeträge vor, sodass es möglich ist, einige Hinterlassenschaften steuerfrei an die Nachkommen zu vererben oder zu Lebzeiten zu verschenken.

Im § 16 ErbStG sind folgende persönliche Freibeträge gegeben:

Erwerber Freibetrag

Ehegatten, eingetragene Lebenspartner

500.000

Kinder, Stief- und Adoptivkinder sowie Enkel, deren Eltern bereits verstorben sind

400.000

Enkel mit noch lebenden Eltern, Urenkel

200.000

Eltern und Großeltern (im Erbfall)

100.000

Personen der Steuerklasse II (Geschwister u.a.)

20.000

Personen der Steuerklasse III (Nichtverwandte)

20.000

Die persönlichen Freibeträge beginnen alle zehn Jahre wieder neu. „Schenkt der reiche Großvater seinem Enkel also 200.000 Euro, so kann er ihm erst in zehn Jahren wieder einen Betrag steuerfrei vermachen“, erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold.

Liegt zum Zeitpunkt eines Erbfalles eine Schenkung weniger als zehn Jahre zurück, so wird diese je nach Dauer nach dem sogenannten Abschmelzungsprinzip hinzugezählt, um den steuerpflichtigen Teil zu ermitteln. Nach mehr als einem Jahr werden nur noch 90 Prozent der Schenkung addiert und mit jedem weiterem zurückliegendem Jahr jeweils weitere 10 Prozent weniger. „Mit rechtzeitigen Schenkungen kann man somit mit Freibeträgen die Erbschaftssteuer vermeiden“, informiert der Anwalt.

Überschreitet ein Erbe oder eine Schenkung den Freibetrag, so ist auch nur der überschrittene Teil des Erbes steuerpflichtig. Wie viel man an den Fiskus abtreten muss, hängt nicht nur vom Wert, sondern auch vom Verwandtschaftsverhältnis ab. Je näher man verwandt ist, umso geringer fällt die Erbschaftssteuer aus. Sie wird mit Hilfe der Tabelle aus § 19 I ErbStG ermittelt. Die Erben sind dabei in drei Steuerklassen aufgeteilt:

Steuerklasse I:

  • Ehegatten
  • Kinder und Stiefkinder
  • Enkel
  • Eltern und Großeltern (im Erbfall)

Steuerklasse II:

  • Eltern und Großeltern (bei Schenkungen)
  • Geschwister
  • Nichten und Neffen
  • Stiefeltern
  • Schwiegerkinder
  • Schwiegereltern
  • geschiedene Ehegatten

Steuerklasse III:

  • eingetragene Lebenspartner und alle anderen, wie etwa Nichtverwandte


Höhe des Steuersatzes in Prozent je Steuerklasse

bis Wert in Euro

I

II (ab 2010)

II (2009)

III

75.000

7

15

30

30

300.000

11

20

30

30

600.000

15

25

30

30

6.000.000

19

30

30

30

13.000.000

23

35

50

50

26.000.000

27

40

50

50

über 26.000.000

30

43

50

50

Bildquelle: Vmenkov/Wikimedia Commons/cc-by-sa

 

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