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In Gütergemeinschaft gelebt - wer erbt was?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold
Stand: 26.03.2013

Frage: Mein Vater hat mir kurz vor seinem Tode gesagt, dass er mit unserer Stiefmutter in Gütergemeinschaft gelebt, aber mir seine Hälfte des ganzen Vermögens als Alleinerbe vermacht habe. Ist das überhaupt möglich?

Antwort: Die Gütergemeinschaft ist eine Form des ehelichen Güterstands, die nur durch einen Ehevertrag entstehen kann. Mit Abschluss des Ehevertrages wird dann kraft Gesetz das gesamte vorhandene Vermögen des Mannes und der Frau gemeinschaftliches Vermögen und das Eigentum beider Ehegatten sogenanntes Gesamtgut. Was der überlebende Ehegatte - also Ihre Schwiegermutter - bekommt und was die übrigen Erben - darunter auch Sie -, richtet sich nach der üblichen Erbfolge.

Selbst die Einkünfte aus dem nicht dazu gehörenden so genannten Sondergut, das etwa unpfändbare Gehalts- und Rentenansprüche umfasst, gehen ins Gesamtgut und damit in die Erbmasse ein.

Vor Beendigung der Gütergemeinschaft gibt es dabei keine Teilung. Kein Ehegatte kann über seinen Anteil am Gesamtgut oder an einzelnen Gegenständen in eigener Regie verfügen - etwa alles einem bevorzugten Erben allein vermachen.

Im Übrigen können Ehegatten Im Ehevertrag aber vereinbaren, dass die Gütergemeinschaft nach dem Tod eines von ihnen zwischen dem überlebenden Ehegatten und den gemeinsamen Abkömmlingen fortgesetzt wird. Diese sogenannte fortgesetzte Gütergemeinschaft zielt auf die Erhaltung des Familienvermögens. Der Anteil des Verstorbenen am Gesamtgut zählt dann nicht mehr zum Nachlass. Die Gütergemeinschaft wird mit den gemeinschaftlichen Erben fortgesetzt, die bei gesetzlicher Erbfolge als Erben berufen sind.

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