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Papst-Rücktritt ist nach katholischem Kirchenrecht legal


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 13.02.2013

719 Jahre ist es her, als das erste und bislang auch letzte Mal ein Papst freiwillig zurückgetreten ist. So lange hat jedes Oberhaupt der katholischen Kirche das Amt bis zum Tod innegehabt, wurde unfreiwillig abgesetzt oder ermordet. Während im 13. Jahrhundert Coelestin V. für seinen Rücktritt selbst den kirchenrechtlichen Rahmen schaffen musste, ist nun ein Papstrücktritt laut katholischem Kirchenrecht möglich.

Im sogenannten Codex des Kanonischen Rechts wird formuliert, wie ein Verzicht auf das höchste Kirchenamt auszusehen hat: Laut Canon 332 § 2 hat der Papst aus freien Stücken und hinreichend öffentlich den Rücktritt erklären. Auch muss er von niemandem angenommen werden. „Da Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vor laufenden Kameras begründete, war die Welt informiert. Somit wurde der Öffentlichkeit genüge getan. Als oberster Gerichtsherr der katholischen Kirche kann auch niemand seinen Rücktritt verhindern“, erklärt Rechtsanwältin Tanja Leopold. Ab dem 28. Februar 2013 bleibt der Heilige Stuhl bis zur Neuwahl vakant. Seitdem der Kodex 1983 von Papst Johannes Paul II. verkündet wurde, ginge man davon aus, dass der Passus über den Rücktritt theoretischer Natur bleiben würde.

Trotz eines juristisch definierten Rücktritts gibt es eine Reihe ungeklärter Fragen bezüglich der Zukunft des Noch-Papstes. Heißt Papst Benedikt ab März also wieder Josef Ratzinger? Bekommt er eine Rente von der katholischen Kirche? Eindeutige Antworten können darauf, wegen mangelnder Präzedenzfälle, nicht gegeben werden. Sicher ist jedenfalls, dass er nicht wieder Kardinal wird, „seinen Nachfolger wird er also nicht mitwählen“, so Leopold. Benedikt XVI. werde sich in ein Kloster im Vatikan zurückziehen, heißt es aus dem Vatikan. „Es gibt keine Regelung der Rente für Ex-Päpste, nicht zuletzt auch deswegen, weil es eben schon so lange keinen Ex-Papst mehr gab. Für ihn wird aber gesorgt sein“, so die Einschätzung von Rechtsanwältin Leopold. Die Tantiemen, die Ratzinger für seine Bücher bekommt, würden zum Leben ausreichen, flossen aber bislang in einen Fond für Hilfsprojekte.

Das sogenannte Konklave wählt frühestens 15 und spätestens 20 Tage nach dem Tod oder – wie jetzt – nach dem Rücktritt den Nachfolger. „Alle Kardinäle der römisch-katholischen Kirche unter 80 Jahren sind dabei wahlberechtigt“, erklärt Rechtsanwältin Leopold. Abgeschottet von der Außenwelt führen sie die Wahlgänge durch, bis ein Nachfolger gefunden ist. Laut einem Vatikan-Sprecher soll bis Ostern ein neuer Papst gefunden sein.

Bildquelle: Wikipedia (public domain)

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