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Die fünfte Jahreszeit - Karneval auch am Arbeitsplatz erlaubt?

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Carsten Dreier
Stand: 13.02.2013

Arbeitspflicht

In der Karnevalszeit kann es durchaus vorkommen, dass Kollegen verkleidet in der Arbeit erscheinen und vielleicht auch einen über den Durst trinken. Kann solch ein Verhalten mit rechtlichen Konsequenzen geahndet werden oder herrscht gerade an Karneval sozusagen „Narrenfreiheit“? Unser Ratgeber gibt Tipps für ein umgängliches Verhalten im rechtlich korrekten Rahmen.


Wer vielleicht dachte, dass Weiberfastnacht, Rosenmontag oder der Karnevalsdienstag als gesetzlicher Feiertag gilt, hat sich getäuscht. Auch im Rheinland, der Hochburg für alle Jecken, sind diese Tage keine offiziellen Feiertage. Arbeitgeber müssen ihrer Belegschaft an diesen Tagen auch nicht zwingend bezahlten oder unbezahlten Urlaub gewähren.

Nur wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmern an drei aufeinanderfolgenden Karnevalsjahren bezahlten beziehungsweise unbezahlten Urlaub eingetragen hat, besteht Anspruch auf die freien Tage. Ausnahme: Falls die Urlaubstage mit einer Sondervereinbarung gewährt wurden, kann der Chef zum Beispiel den Rosenmontag wieder als Arbeitstag festlegen (Beschluss vom LAG Köln: Az. 6 Ta 76/06).

Und wenn in der Arbeit gefeiert wird? Was sollte man unterlassen, um Ärger und arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden? Ein Verbot für Alkohol am Arbeitsplatz gibt es im Allgemeinen nicht, außer der Arbeitgeber hat es ausdrücklich ausgesprochen. Falls es aber nicht üblich ist, in der Arbeit Alkohol zu trinken, sollte der Griff zur Flasche vermieden werden. Auch wenn der Konsum erlaubt ist, mehr als ein Bier sollte nicht getrunken werden. Denn die Arbeitsleistung darf durch den Konsum von Alkohol nicht beeinträchtigt werden. Rechtsanwalt Carsten Dreier dazu: „Gibt es kein ausdrückliches Verbot für einen Konsum von Alkohol am Arbeitsplatz, dann ist der Konsum zwar in der Regel legal, allerdings darf die vertraglich festgelegte Arbeitsleistung des Arbeitnehmers nicht durch den Alkohol beeinträchtigt werden. Also sollte man es bei einem Glas Sekt oder Bier belassen.“

Gegen Karnevalsstimmung, welche durch Musik aus dem Radio ertönt, ist laut Urteil vom Hessischen Landesarbeitsgericht (Az. 14 Sa 895/87) nichts einzuwenden. Jedenfalls dann nicht, wenn der Raum nur vom Radiohörer genutzt wird. Möchte man kostümiert in der Arbeit erscheinen, ist dies generell möglich. Jedoch auch nur, wenn eine Verkleidung zum Karneval in der Region typisch ist. In manchen Branchen, wie zum Beispiel im Bankwesen, kann der Chef eine Verkleidung verbieten.

Eine Kuriosität noch zum Schluss: Ein Richter verlegte einen Gerichtstermin  einer Klägerin zur Karnevalszeit auf das Datum des 11.11 um genau 11:11 Uhr. Daraufhin sah sich die Klägerin in ihrer Menschenwürde verletzt und legte einen Befangenheitsantrag ein. Das Oberlandesgericht München wies diesen jedoch ab. Die Begründung: Man könne auch etwas Humor oder Gelassenheit von der Klägerin erwarten.(Beschluss Az. 26 AR 107/99).

Bild-Quelle: StockPhoto30/bigstock.com

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