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Ob Briefmarken oder Wein - geteilt wird nicht alles

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Alexandra Wimmer
Stand: 06.11.2012

Frage: Meine Ex-Frau verlangt jetzt auch ihren Anteil an meiner Briefmarkensammlung. Schließlich hätte ich die während unserer gemeinsamen Ehe angelegt. Hat sie Recht?

Antwort: Dinge, die ausschließlich dem Beruf oder dem persönlichen Bedarf eines der Ehegatten sowie seinem persönlichen Gebrauch oder dem individuellen Interesse dienen, unterliegen bei der Scheidung nicht der Teilung. Entscheidend ist dafür immer die Zweckbestimmung und Nutzung im Einzelfall.

Das kann sogar Vorräte an Nahrungsmitteln betreffen, die keine Haushaltsgegenstände im eigentlichen Sinne darstellen. So hat nach einem inzwischen rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts München eine Frau, die während der Ehe keinen Zugang zum Weinkeller des Hauses hatte, weil ihr Mann den Schlüssel dafür immer persönlich verwahrte, auch nach der Scheidung keinen Anspruch auf  ihren Teil der wertvollen Flaschensammlung. Immerhin verlangte die Frau 250.000 Euro für ihre Hälfte an der Kollektion teilweise sehr wertvoller Weine.

Doch laut richterlicher Feststellung war es ausschließlich der Mann, der die Weine ausgewählt und erworben hat. Er allein hat die zum Öffnen bestimmten Flaschen bestimmt - teilweise minutiös nach dem besten Verköstigungszeitpunkt. Die Frau verstand davon nichts und hat selten den vom Mann ausgewählten Rotwein mitgetrunken. Damit habe - so der Amtsrichter - die Weinsammlung nicht der gemeinsamen Lebensführung gedient, sondern sei ausschließlich als eine Liebhaberei des Mannes anzusehen.

Rechtsanwältin Alexandra Wimmer

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