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Sorgerecht in gleichgeschlechtlichen Paaren

Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Regina Berner-Kerst
Stand: 13.06.2012

Frage: Wie verhält es sich mit dem Sorgerecht für Kinder in homosexuellen Partnerschaften, wenn diese sich trennen?

Antwort: Der Gesetzgeber hat sich bei gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern ausdrücklich gegen eine automatische gemeinsame Elternschaft entschieden. Die gemeinsame Elternschaft setzt hier die Stiefkindadoption voraus. Und das verkompliziert in diesem Fall das Sorgerecht.

Zwar ist es auch Lebenspartnerschaften gestattet, ein leibliches Kind des anderen Partners zu adoptieren. Die Adoption eines zuvor durch den anderen Partner adoptierten nichtleiblichen Kindes bleibt allerdings das Privileg einer klassischen Ehe. Das zwar sehr weitgehende Gesetz zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsrechts sieht eine solche "Kettenadaption" bei nichtehelichen Partnerschaften nämlich ausdrücklich nicht vor.

Nur innerhalb einer Ehe kann laut BGB ein zuvor von einem der beiden jetzigen Ehegatten adoptiertes Kind "nachadoptiert" werden. Eine solche Zweitadoption ist bei einer Lebenspartnerschaft nicht möglich, hier muss es sich laut Gesetzestext immer um ein leibliches Kind des Partners der die Adaption beantragenden Person handeln.

Obwohl dann nicht nur dem Stiefelternteil bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer kein Kinder- und Betreuungsfreibetrag zusteht. Sondern vor allem das Kind nach einer Zweitadoption durch beide Teile der Lebenspartnergemeinschaft befürchten muss, plötzlich ohne offizielles Elternteil dazustehen, wenn sein erster Adoptions-Vater etwa vorzeitig stirbt.

Rechtsanwältin Regina Berner-Kerst

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