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Erbschafts- und Schenkungssteuer


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt Gerd Finger
Stand: 09.08.2012

Frage: Unser Vater ist krank und möchte uns sein Haus im Wert von etwa 265.000 Euro vererben. Sollte er uns das Haus lieber jetzt überschreiben, also schenken, oder doch vererben? Wie viel Steuern müssten wir bei einer Schenkung bzw. Erbschaft zahlen?

Antwort: Nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz, kann ein Vater seinem Sohn alle zehn Jahre Schenkungen bis zu einem Wert von 400.000 Euro (einschließlich Immobilien) machen ohne das eine Schenkungssteuer anfällt. Dieser Freibetrag gilt auch im Falle, wenn der Sohn von seinem Vater erbt. Wird eine Immobilie vererbt oder verschenkt, wird der Wert geschätzt.

Wird eine Immobilie vom Vater auf den Sohn/ die Tochter vererbt, die bis zum Tod vom Vater zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde, ist der Erwerb von Todes wegen erbschaftssteuerfrei, soweit die Wohnfläche 200 Quadratmeter nicht übersteigt. In diesem Fall können neben dem erbschaftssteuefreien Erwerb der Immobilie unabhängig von deren Wert weitere 400.000 Euro erbschaftssteuerfrei vererbt werden.

Sollte die geerbte Immobilie innerhalb der zehn Jahre aber verkauft, vermietet oder nur noch als Zweitwohnsitz genutzt werden, dann fällt die Steuer rückwirkend an, obwohl die Immobilie einen Wert unter 400.000 Euro hätte.

Schenkungen von bebauten Grundstücken unter Eheleuten bleiben auch steuerfrei, soweit darin eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird (Familienheim). Gleiches gilt im Erbfall.

Rechtsanwalt Gerd Finger aus Moers

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