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Arbeitsgenehmigung durch Heirat?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Tanja Leopold
Stand: 22.05.2012

Wartan K. aus Armenien fragt:

Ich habe eine Freundin in Deutschland, wir haben uns im Urlaub kennengelernt (Nicht-EU-Land). Ich möchte zu ihr. Aber darf ich in Deutschland arbeiten? Klappt das mit der Genehmigung dafür besser, wenn wir heiraten?

Rechtsanwältin Tanja Leopold aus Nürnberg antwortet:

Ich muss Sie enttäuschen: Einfach herzukommen und loszuarbeiten, wird in Ihrem Fall schon deshalb nicht funktionieren, weil die Einreise in Deutschland ja zunächst wohl nur mit einem Touristenvisum erfolgen wird. Das gilt für eine maximale Aufenthaltsdauer von 3 Monaten und erlaubt natürlich keine im Besuchsland angesiedelte Erwerbstätigkeit in dieser Zeit. Ja, Sie müssen sogar noch genügend Geld für den Unterhalt in dieser Zeit vorweisen - oder Ihre Freundin muss alle Kosten einschließlich einer Krankenversicherung offiziell übernehmen, wozu sie selbst ein entsprechendes Mindesteinkommen nachweisen muss.

Die drei Monate in der Bundesrepublik werden auch kaum reichen, in dieser knappen Frist eine Heirat über die Runden zu bringen. Schließlich müssen Sie sich beim zuständigen Standesamt anmelden und etliche Papiere erbringen bzw. gesetzliche Auflagen erfüllen.  In Deutschland kann man eben nicht so einfach den Bürger eines Nicht-EU-Landes heiraten.  Und eine bereits im Ausland geschlossene Ehe wird auch nicht unbesehen anerkannt. Es kann in einem solchen Fall sogar passieren, dass selbst das Besuchsvisum verweigert wird, weil die Mitarbeiter der zuständigen deutschen Botschaft in Ihnen einen Wirtschaftsflüchtling vermuten.

Und sollte es mit der Heirat in Deutschland doch noch irgendwie klappen, bekommen Sie wohl eine Aufenthaltsgenehmigung, dürfen aber die ersten zwölf Monate hier auch nicht arbeiten. Nach all den schlechten jetzt die gute Nachricht: Haben Sie diese Ein-Jahres-Sperrfrist anstandslos überstanden, können Sie nunmehr eine Arbeitserlaubnis oder einen Gewerbeschein beantragen, was in der Regel genehmigt werden wird. Der obligatorische Wermutstropfen auch dabei: Lassen Sie sich bis dahin wieder scheiden, führt an Ihrer Ausweisung meist kein Weg vorbei - und Sie sind wieder da angelangt, wo Sie am Anfang standen.

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