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Darf man Bewerbungsfotos auch im Internet veröffentlichen?


Ein Beitrag in Zusammenarbeit mit Rechtsanwältin Astrid Bendiks
Stand: 21.05.2012

Stefan Kuhn aus Frankfurt fragt:

Ich möchte Bewerbungsbilder anfertigen lassen und diese unter anderem als Facebook-Profilbild verwenden. Kann ich das einfach so machen? Schließlich habe ich keinen wirtschaftlichen Nutzen von dem Bild.

Rechtsanwältin Astrid Bendiks aus München antwortet:

Lässt man Bewerbungsfotos anfertigen, darf man diese für die klassische Print- und auch Online-Bewerbung nutzen. Bei Verwendung auf einer Homepage, dem Facebook-Profil oder einer Unternehmens-Webseite, sieht die Lage wieder ganz anders aus. Während man bei Print- und Online-Bewerbungen das Foto nur einem kleinen und ausgewählten Kreis zugänglich macht, stellt das „Ins-Netz-Stellen“ eine weitere Nutzung nach dem Urheberrecht dar und bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des Fotografen. Denn hier kann fast jeder aus dem Internet auf das Foto zugreifen. Und dies ist laut Landgericht Köln ein Verstoß gegen das Urheberrecht des Fotografen. Der § 72 im Urhebergesetz besagt, dass der Fotograf die alleinigen Nutzungsrechte am Lichtbild besitzt. Auch wenn man die Bewerbungsfotos digital auf einem Datenträger (USB-Stick, CD) erhält, dürfen die Fotos Online nicht veröffentlicht werden. Bei Missachtung des Urheberrechts können Unterlassungs- und Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden (§ 97 Urhebergesetz).

Um Missverständnisse und juristische Streitigkeiten zu vermeiden, sollten die Nutzungsrechte der Fotos schriftlich festgehalten werden. So könnte eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem Auftraggeber und dem Fotostudio aussehen: „Der Auftragnehmer erklärt sich damit einverstanden, dass die Lichtbilder in Online-Jobbörsen, privaten Internetauftritten, Firmen-Internetauftritten sowie in Print- und Onlinebewerbungen öffentlich zugänglich gemacht bzw. verbreitet werden dürfen“. Falls man auf so eine Vereinbarung verzichtet und die geschützten Fotos dennoch im Internet veröffentlicht, kann es schnell zu einer Abmahnung und Schadensersatzansprüchen kommen. Digitale Wasserzeichen in den Fotos ermöglichen es den Fotostudios, die Lichtbilder ohne großen Aufwand im Netz zu finden.

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