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Punkte-Tacho: Was tun bis zur Reform der Punkte im Verkehrszentralregister?

Stand: 01.03.2012

Zukünftig wird es nicht mehr möglich sein, etwa mit einem Aufbauseminar Punkte in Flensburg abzubauen. Die Punkte werden nach festen Fristen verjähren. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer plant nämlich, 2013 ein umfangreich überarbeitetes Flensburger Punktesystem einzuführen. Der Führerschein soll dann auch schon mit acht Punkten weg sein – bisher wird er erst bei 18 Punkten eingezogen. Dafür wird es nur noch zwei anstatt sieben Punkte-Kategorien geben: Für schwere Verstöße gibt es einen Punkt, für besonders schwere zwei. Nicht sicherheitsrelevante Vergehen sollen künftig nicht mehr in der Verkehrssünder-Kartei auftauchen. „Darunter fällt beispielsweise das unerlaubte Fahren in einer Umweltzone“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus, Verkehrsrechtler der Deutschen Anwaltshotline.

Entrümpelt bzw. erhöht werden auch die Tilgungsfristen der Punkte. Während bisher ein neuer Punkte-Eintrag die Tilgung eines schon vorhandenen hindert, sollen zukünftig feste Tilgungsfristen gelten, die unabhängig der anderen Punkte laufen: Zehn Jahre (statt bisher fünf) sollen zwei Punkte für eine Straftat bestehen, die es für einen sehr schweren Verstoß gibt. Fünf Jahre (statt bisher zwei) überdauern Ordnungswidrigkeiten mit Regelfahrverbot, die ebenfalls als sehr schwerer Verstoß mit zwei Punkten registriert werden. Und zweieinhalb Jahre (statt bisher zwei)bleiben alle anderen Ordnungswidrigkeiten bestehen, die als schwerer Verstoß mit einem Punkt in Flensburg geahndet werden.

Punkteabbau ist bald nicht mehr möglich


Antragsformular zur Auskunft aus dem Verkehrzentralregister
Die Möglichkeit, mit einem Aufbauseminar oder einer verkehrspsychologischen Beratung Punkte abzubauen, wird mit der Reform komplett abgeschafft. Der Anwalt für Verkehrsrecht Frank Böckhaus rät daher, so bald wie möglich beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg Auskunft über den eigenen Punktestand aus dem Verkehrszentralregister (VZR) einzuholen, um gegebenenfalls noch dieses Jahr tätig zu werden. „Dies geht einfach mit der Antragsvorlage der Deutschen Anwaltshotline mit einer beglaubigten Unterschrift.oder einer beigelegten Kopie des Personalausweises.“ Besitzer des neuen Personalausweises können mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und mit Hilfe eines Kartenlesegerätes sowie der AusweisApp die Auskunft auch per Internet beantragen. Den Auszug aus dem Verkehrszentralregister aber gibt es dennoch nur per Post. Zu guter Letzt bleibt einem die Möglichkeit, unter Vorlage eines Ausweises den Punktestand vor Ort in Flensburg zu erfahren.

Weist das eigene Konto 4 bis 8 Punkte auf, so können mit dem Aufbauseminar einmal innerhalb fünf Jahren 4 Punkte abgebaut werden; bei 9 bis 13 Punkten werden immerhin noch 2 Punkte erlassen. Bei einem höheren Punktestand wird das Seminar ohnehin zur Pflicht, sofern man die Fahrerlaubnis behalten möchte. Das Aufbauseminar umfasst vier Sitzungen einer Fahrschule mit einer Dauer von 135 Minuten sowie einer mindestens 30-minütigen Fahrprobe mit dem Fahrlehrer. Es kostet zwischen 150 und 400 Euro.

Die verkehrspsychologische Beratung kann mit einem Kontostand zwischen 14 und 17 Punkten freiwillig in Anspruch genommen werden, um 2 Punkte abzubauen. Das Gespräch mit einem entsprechend qualifizierten und amtlichen Psychologen dauert etwa vier Stunden und kostet ca. 300 Euro.

Bild-Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

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