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Kettenadaption in Partnerschaften

Stand: 07.04.2011

Stand: 07.04.2011 SE
Nürnberg (D-AH) - Auch Lebenspartnerschaften ist es gestattet, ein leibliches Kind des anderen Partners zu adoptieren. Die Adoption eines zuvor durch den anderen Partner adoptierten nichtleiblichen Kindes bleibt allerdings das Privileg einer klassischen Ehe. Das zwar sehr weitgehende Gesetz zur Überarbeitung des Lebenspartnerschaftsrechts sieht eine solche Kettenadaption bei nichtehelichen Partnerschaften nämlich ausdrücklich nicht vor. Auf diese aktuelle Rechtslage hat jetzt das Oberlandesgericht Hamburg hingewiesen (Az. 2 Wx 23/09).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte ein Mann rechtskräftig einen inzwischen 10-jährigen rumänischen Jungen adoptiert. Nach der so vom Gesetz vorgesehenen, standesamtlich protokollierten Begründung einer Lebenspartnerschaft wollte sein neuer Gefährte nun die gemeinsame Betreuung des Kindes offiziell mit übernehmen und den Jungen ebenfalls adoptieren. Was ihm das zuständige Vormundschaftsgericht jedoch verweigerte.

Und das zu Recht. Grundsätzlich verbietet das Bürgerliche Gesetzbuch eine Kettenadoption, solange das erste Adaptionsverhältnis besteht. Nur innerhalb einer Ehe kann laut BGB ein zuvor von einem der beiden jetzigen Ehegatten adoptiertes Kind nachadoptiert werden. Eine solche Zweitadoption ist bei einer Lebenspartnerschaft nicht möglich, hier muss es sich laut Gesetzestext immer um ein leibliches Kind des Partners der die Adaption beantragenden Person handeln.

Obwohl dann dem Stiefelternteil bei der Veranlagung zur Einkommenssteuer kein Kinder- und Betreuungsfreibetrag zusteht. Und das Kind vor allem nach einer Zweitadoption durch beide Teile der Lebenspartnergemeinschaft befürchten muss, plötzlich ohne offizielles Elternteil dazustehen, wenn sein erster Adoptions-Vater etwa vorzeitig stirbt.

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