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Zeckenbiss als Dienstunfall

Stand: 11.06.2010

Stand: 11.06.2010 SE
Nürnberg (D-AH) - Wird eine Lehrerin während des Schulbetriebs von einer Zecke gebissen, so handelt es sich dabei um einen Dienstunfall. Selbst wenn die Zeckenattacke während der Unterrichtspause und auf einem mitten im Wald gelegenen Bauernhof stattfand. Das hat jetzt in höchster Instanz das Bundesverwaltungsgericht entschieden (Az. 2 C 81.08).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, betreute die Lehrerin im Rahmen eines niedersächsischen Schulprojekts auf einem im Wald gelegenen ehemaligen Bauernhof eine Gruppe von Schülern der dritten Grundschulklasse. Während der Unterrichtspausen hielten sich die Kinder außerhalb der Gebäude auf dem Gelände des Hofes auf. Auch während dieser Pausen beaufsichtigte die Pädagogin die Schulkinder. Dabei kam es zu dem Zeckenbiss, der schließlich zu einer Borrelioseinfektion führte, deretwegen die Frau einige Tage im Krankenhaus stationär behandelt werden musste.

Als die Beamtin nunmehr die Erkrankung und ihre Folgen als Dienstunfall anerkannt haben wollte, wurde das von dem zur Berufung in nächster Instanz angerufenen Oberverwaltungsgericht abgelehnt. Mit dem Zeckenbiss habe sich lediglich ein allgemeines Risiko verwirklicht und der spezifische Zusammenhang zum Dienst der Lehrerin fehle.

Das sahen die Leipziger Bundesrichter jedoch weniger pauschal. Die Lehrerin habe sich im konkreten Fall zwar zum Zeitpunkt des Bisses in der bewaldeten Umgebung des Bauernhofes aufgehalten und nicht in den Unterrichtsräumen. Doch das ist hier ohne Bedeutung. Denn die Lehrerin habe die Schulkinder auch während der Unterrichtspausen betreuen müssen. Damit aber sind es unbestreitbar dienstliche Gründe, deretwegen sie sich im natürlichen Lebensraum der Zecken aufgehalten hat.

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