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Schock über Brief des Arbeitgebers

Stand: 17.07.2009

Stand: 17.07.2009 SE
Nürnberg (D-AH) - Ein Beamter, der beim Lesen eines Briefes seines Arbeitgebers einen Schock erleidet, kann dies nicht als Dienstunfall geltend machen. Das hat jetzt das Sächsische Oberverwaltungsgericht im Fall eines Professors von der dortigen Hochschule für Technik und Wirtschaft entschieden (Az. 2 B 353/07).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst dem Gelehrten mitgeteilt, dass möglicherweise gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet werde und er dazu zuvor Stellung nehmen könnte. Stattdessen allerdings erlitt der Mann beim Lesen des Schreibens einen Schock, der zu einer posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen, einem Tinnitus und ständigen Angstzuständen führte. Dies wollte er nun als Dienstunfall anerkannt bekommen, da er den Brief in den Räumen der Hochschule geöffnet hatte.

Dem wollte das Gericht allerdings nicht folgen. Allein die Ankündigung eines Disziplinarverfahrens begründet bei einem gesunden und unvorbelasteten Beamten keine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes. Somit war das umstrittene Schreiben zwar der letzte Tropfen, der das Maß zum Überlaufen gebracht hat. Gleichwohl war es aber im Sinne des Dienstunfallrechtes nur eine untergeordnete Ursache.

Die eigentlichen Ursachen des plötzlichen Zusammenbruchs wären vielmehr in der langjährige vorangegangenen beruflichen Belastungssituation des sich nach eigener Aussage gemobbt fühlenden Professors und im schlechten Betriebsklima zu finden. Dies dürfte neben einem Todesfall in der Familie auch der Grund dafür gewesen sein, dass er seit Jahren häufig krank war und sich schon Monate vor Erhalt des Schreibens einer psychosomatischen Behandlung unterzogen und eine Fachklinik aufgesucht hatte. Schädliche Dauereinwirkungen, ob im dienstlichen Bereich oder darüber hinaus, gelten laut Dresdner Richterspruch jedenfalls nicht als Arbeitsunfall.

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