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Zu späte Krankmeldung bei Pauschalreise

Stand: 22.06.2009

Stand: 22.06.2009 SE

Nürnberg (D-AH) - Wer sich zu spät bei seinem Reiseveranstalter krank meldet, der muss die Stornokosten selbst tragen - trotz extra gebuchter Rücktrittsversicherung. Das berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline und verweist auf ein Urteil des Landgerichts Coburg (Az. 32 S 7/09).

In dem konkreten Fall wollte ein Mann per Bus nach Süditalien fahren. Vier Monate vor der lange zuvor gebuchten Reise mussten ihm einige Zehen amputiert werden. Im Vertrauen auf seine Reiserücktrittsversicherung und eine noch rechtzeitige Heilung sagte er die Fahrt erst eine Woche vor dem Antrittstermin ab. Das war der Versicherung aber zu spät, und sie übernahm von den Stornokosten in Höhe von insgesamt 1.150 Euro nur den Bruchteil von 200 Euro - exakt den Betrag, der angefallen wäre, wenn der verhinderte Reisende sich zumindest 30 Tage vor Abfahrt krank gemeldet hätte.

Zu Recht, wie die oberfränkischen Richter entschieden. Der Mann war vertraglich verpflichtet, bei Eintritt des Versicherungsfalls die Reise unverzüglich zu stornieren, um die Stornokosten möglichst gering zu halten, so das Urteil. Diese Obliegenheit verletzte er aber grob fahrlässig. Denn spätestens rund zwei Monate vor dem Urlaubsbeginn hätte er wegen des sich hinziehenden Heilungsprozesses erkennen müssen, dass er den Beschwernissen einer Busreise ohne Versorgung durch Pflegepersonal nicht gewachsen sein würde. Er hat auf eigenes Risiko jedoch nochmals weitere acht Wochen verstreichen lassen. Womit die Versicherung aus der Verantwortung ist.

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