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Geprüfte Software für Kassenärzte

Stand: 07.10.2008

Stand: 07.10.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Der Krug geht solange zu Wasser, bis er bricht: Weil in der Vergangenheit die Computer-Programme der Ärzte nicht selten derart manipuliert waren, dass die Medikamente bestimmter Pharmaka-Unternehmen bevorzugt angezeigt wurden, lassen die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. Juli 2008 die Praxis-Software ihrer zugelassenen Ärzte zertifizieren. Dagegen liefen mehrere Software-Hersteller vor dem Sozialgericht Berlin mit Eilanträgen Sturm (S 79 KA 148/08 ER). Sie scheiterten aber, wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet.

Die kassenärztlichen Praxen dürfen jetzt nur noch solche Computer-Programme einsetzen, die einem Anforderungskatalog für Ärzte-Software der gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung genügen. Die betroffenen Software-Hersteller behaupteten, durch diese Neureglung seien allein in den nächsten drei Jahren Umsatzeinbußen von mehr als 40 Millionen Euro zu befürchten.

Das sei aber nicht nachvollziehbar, widersprachen dem die Richter. Die Produzenten der Computer-Programme könnten ja auch weiterhin ungeprüfte Software verkaufen. Nur eben nicht mehr an kassenärztliche Praxen. Einen rechtlich geschützten Anspruch, die gleichen Marktchancen wie in früheren Jahren zu haben, gäbe es nun mal nicht. Nach der Entscheidung der Kassen habe auch kein Kassenarzt mehr das Recht, weiterhin ungeprüfte Software für die Auswahl von Medikamenten zu benutzen.

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