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Unfall nach einer Betriebsfeier

Stand: 13.08.2008

Stand: 13.08.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Wer nach einem Betriebsgelage vor dem Nachhausegehen noch auf die Toilette muss, sollte sich zuvor vergewissern, dass die offizielle Feier mit dem Chef nicht schon als beendet gilt. Dann kommt ihn ein Unfall auf dem Weg zur Örtlichkeit nämlich teuer zu stehen. Das geht aus einem Urteil des Hessisches Landessozialgerichts hervor (Az. L 3 U 71/06).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, hatte ein 67-jähriger Verwaltungsangestellter an der weihnachtlichen Betriebsfeier des Amtes für Kultur und Sport im Kreis Offenbach teilgenommen. Zum Schluss waren außer ihm nur noch das Pächterehepaar der Gaststätte und der Amtsleiter da. In kleiner Runde ließ man den schon im offiziellen Teil eher geselligen Abend noch kräftig ausklingen. Als dann morgens gegen drei der unter erheblichem Alkoholeinfluss stehende Betroffene vor dem Heimweg noch die Toilette aufsuchen wollte, stürzte er unglücklich und zog sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Wofür die Unfallkasse Hessen aber nicht aufkommen wollte. Sie lehnte eine Anerkennung als Arbeitsunfall ab, denn der Mann sei betrunken und die betriebliche Feier zum Unfallzeitpunkt bereits seit Stunden beendet gewesen.

Dieser Auffassung schlossen sich die Landessozialrichter in zweiter Instanz an. Die Weihnachtsfeier war auch ohne offizielle Erklärung des Amtsleiters längst als beendet anzusehen das nicht zur Revision zugelassene Urteil. Und ob das Unfallopfer, was dann doch eine dienstliche Obliegenheit gewesen wäre, zu so vorgerückter Stunde gar nicht seine Blase entlasten, sondern vor dem Einschalten der Alarmanlage nur noch alle Fenster und Türen schließen wollte, blieb mangels hinreichender Beweise leider vor Gericht offen.

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