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Unfall beim Baumausästen

Stand: 11.06.2008

Stand: 11.06.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Das Ausästen von Bäumen in 2 bis 3 Metern Höhe ist ein Job für Profis und von einem Hobby-Gärtner nicht zu bewerkstelligen. Erledigt also ein Bekannter diese Arbeiten für eine befreundete Grundstücksbesitzerin, ist das nicht als nachbarschaftliche Gefälligkeitsleistung abzutun, sondern unterliegt dem gesetzlichen Versicherungsschutz für Arbeiter und Angestellte, wenn es dabei zu einem Unfall kommt. Das hat in einem Urteil (Az. L 9 U 5/05) das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entschieden.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, bat eine Frau einen in der gleichen Straße wohnenden ehemaligen Arbeitskollegen ihres inzwischen verstorbenen Mannes, einen Ast des in ihrem Garten stehenden Walnussbaums abzusägen, der über den Carport ragte. Sie befürchtete, der Ast breche beim nächsten Sturm ab, und wollte das Holz im bevorstehenden Osterfeuer verfeuern. Was bei dem Einsatz allerdings auch zu Fall kam, war der freiwillige Helfer, der in Folge des Sturzes aus über 2 Metern Höhe eine Querschnittslähmung der unteren Extremitäten erlitt. Wofür die gesetzliche Unfallversicherung nun nicht aufkommen wollte. Ihrer Meinung nach ging es bei dem Baumverschnitt lediglich um eine nachbarschaftliche Gefälligkeitshandlung - und nicht um eine regelrechte, arbeitnehmerähnliche und damit versicherte Leistung.

Doch die von dem Verunglückten ausgeübte Tätigkeit geht weit über den Rahmen dessen hinaus, was in einem nachbarschaftlichen Verhältnis üblicherweise gegenseitig geleistet wird das Urteil. Dies ergäbe sich nach Auffassung des Gerichts schon aus den damit unweigerlich verbundenen Gefahren. Das Ausästen eines Baumes in dieser Höhe werde nach Kenntnis der Richter in Celle zunehmend nur noch von spezialisierten Firmen ausgeführt, die über spezielles Werkzeug wie einen Hubwagen oder Klettergeschirr verfügen. Es handle sich also um alles andere als eine verhältnismäßig geringfügige Hilfeleistung. Und damit könne der Versicherungsschutz auch nicht allein wegen der Nachbarschaft des Verunglückten zur Auftraggeberin ausgeschlossen werden.

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