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Zahngold aus der Urnen-Asche

Stand: 28.04.2008

Stand: 28.04.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Stehlen Mitarbeiter eines Krematoriums die Goldrückstände aus der Asche der verbrannten Leichen, können sie für diese Untat nicht wegen Diebstahls verurteilt werden. Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, kommt in diesem Fall die Bestrafung wegen eines Eigentumsdelikts nicht in Betracht, weil es sich bei einem menschlichen Leichnam und der Asche eines Verstorbenen prinzipiell nicht um eigentumsfähige Sachen handelt, die weggenommen werden könnten.

Allerdings machen sich die pietätlosen Langfinger nach einem Urteil des Oberlandesgericht Bamberg (Az. 1 Ss 125/07) sehr wohl strafbar - und zwar wegen Störung der Totenruhe. Drei Angestellte eines Hofer Krematoriums hatten innerhalb von nur zwei Jahren aus der nach der Verbrennung verbliebenen Asche der Verstorbenen sage und schreibe 12 kg Zahngold herausgeklaubt und weiterverkauft. Dabei erzielten sie einen Erlös in Höhe von mindestens 50.000 Euro, den sie unter sich aufteilten.

Die Verbrennungsrückstände einer Leiche genießen aber nach Auffassung der fränkischen Richter den gleichen Anspruch auf pietätvolle Behandlung und Wahrung der Totenruhe wie erdbestattete Leichen. Das Zahngold ist deshalb stets Teil der Asche des jeweils krematierten Verstorbenen und mit den sonstigen Verbrennungsrückständen eines Verstorbenen in einer Urne zur Bestattung zusammenzuführen. Die kriminellen Krematoriumsmitarbeiter, die dieses Gold von der Asche heimlich trennten, machten sich damit des Gewahrsamsbruchs strafbar. Indem sie Teile der Asche eines verstorbenem Menschen als Handelsobjekt missbrauchten, verletzten sie die über den Tod hinaus wirkende Würde des Menschen.

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