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Kinder gedankenlos im Verkehr

Stand: 19.02.2008

Stand: 19.02.2008 SE

Nürnberg (D-AH) - Sind Kinder schuld an einem Verkehrsunfall und haben ihn unbestritten aus purer Gedankenlosigkeit verursacht, müssen sie gerade deshalb nicht für den Schaden haften. Das bekräftigte der Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 42/07) im Falle eines 8-jährigen Jungen, dessen Fahrrad führerlos auf die Fahrbahn rollte und dort mit einem Auto zusammenstieß, das dabei erheblich beschädigt wurde.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war der Pkw in einer 30 km/h-Zone unterwegs. Nach Aussage des Autofahrers sei ihm auf dem Bürgersteig eine Gruppe von Kindern entgegengekommen. Der vorweg laufende Junge habe sein Fahrrad zunächst vor sich her geschoben, es dann aber offensichtlich absichtlich losgelassen, damit es wohl alleine weiterrolle. Das habe es auch ein Stück lang in gerader Richtung getan, sei dann aber plötzlich mit dem Lenker nach links eingeknickt und in Sekundenbruchteilen auf die Fahrbahn just vor den Wagen geraten. Die Klage auf den Schaden in Höhe von 1.483,27 Euro dafür wies das zuständige Amtsgericht jedoch bereits in erster Instanz zurück.

Zu Recht, bestätigte nunmehr endgültig der Bundesgerichtshof. Gerade der vom Autofahrer angeführte Umstand, dass der Junge sich überhaupt nicht mit dem Straßenverkehr auseinandergesetzt und sich keine Gedanken darüber gemacht habe, dass das Fahrrad mit dem Fahrzeug des Klägers kollidieren könne, belege eine typisch altersbedingte Überforderungssituation. Dafür habe das Kind nach den neuen gesetzlichen Haftungsregelungen nicht aufzukommen. Der Schadenseintritt resultiere hier aus der Bewegung des Fahrzeuges, welches sich zur falschen Zeit am falschen Ort befunden habe und bei deren Hinwegdenken sich die Haftungsfrage mangels Schadenseintritts gar nicht stellen würde.

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