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Verletzung bei deftigem "Bayern-Abitur" kein Dienstunfall


Nürnberg (D-AH) - Verletzt ein Lehrer sich beim so genannten Bayern-Abitur, so wird ihm dafür die Anerkennung als Dienstunfall versagt. Das hat das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens entschieden (Az. 21 A 3006/05). Obwohl der Pädagoge an der unter diesem Namen offiziell gebuchten Abendveranstaltung während einer Klassenfahrt teilgenommen hatte.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, geht es bei dem von einer Schüler-Zeugin in ihrem späteren Gedächtnisbericht knapp als Saufen, Laufen, Schnupfen beschriebenen traditionellen bayerischen Schulabschlussritual darum, in möglichst kurzer Zeit ein Glas Obstler zu trinken, sodann rasch ein 0,3 l großes Glas Bier zu zapfen und auszutrinken und schließlich in Rekordzeit eine Prise Schnupftabak zu sich zu nehmen. Für letzteres stellt das veranstaltende Hotel eine spezielle Schnupftabakmaschine zur Verfügung. An dem Gerät fällt ein Holzhammer auf eine Wippe, die unter Einsatz einer Platzpatrone den Schnupftabak in die Nase schießt.

Dabei kam es an dem Unglücksabend aber zu einem so lauten Knall, dass dem den Parcours als Erster für seine Schüler durchlaufenden Studiendirektor das Innenohr und der gesamte Hörbereich geschädigt wurden und er bis jetzt unter erheblichen psychischen Beschwerden zu leiden hat. Ohne Anspruch auf Entschädigung durch seinen Dienstherren.
Denn ein Lehrer wird seinem Bildungs- und Erziehungsauftrag nicht mehr gerecht, wenn er sich daran beteiligt, wie seine Schüler Alkohol und Nikotin allein nur deshalb in rasantem Tempo zu konsumieren, um möglichst schnell deren berauschende Wirkung zu erzielen. Zumal vier Schüler zum Zeitpunkt der Klassenfahrt noch minderjährig waren.

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