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Sturz beim betrieblichen Grillfest gilt als Arbeitsunfall


Nürnberg (D-AH) - Wer beim Grillen nach Feierabend und außerhalb der Firma verletzt wird, kann das Freizeit-Malheur unter Umständen doch als Arbeitsunfall anerkannt bekommen. Das hat das Sozialgericht Gießen im Falle eines großen Lebensmittelmarktes entschieden (Az. S 3 U 1215/03), auf dessen Grillfest einer der dort feiernden Marktmitarbeiter beim Ballspielen ausgerutscht war und sich die linke Schulter lädierte.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, wollte die zuständige Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel den Unfall des 62-jährigen Mannes aus dem Kreis Lahn-Dill aber nicht anerkennen, weil er nur die Folge eines reinen Freizeitvergnügens gewesen sei. Dem widersprach das Sozialgericht. Bei dem alljährlich stattfindenden gemeinsamen Grillen handelte es sich um eine lange Unternehmens-Tradition, das betriebliche Miteinander zu verbessern - nicht zuletzt auch im Interesse des Arbeitgebers.

Die Einladung an alle Mitarbeiter war vom Betriebsrat gekommen - mit Billigung des Marktleiters, der auch selbst teilnahm und einzelne Mitarbeiter seinerseits gezielt auf ihre Teilnahme angesprochen hatte.

Da hier also eine ausgesprochene Billigung und Förderung durch die Unternehmensleitung vorlag, handelt es sich bei dem Grillfest um eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung, für die alle arbeitsrechtlichen Bestimmungen einschließlich des Unfallschutzes zu gelten haben, sagt die Rechtsanwältin. Die Berufsgenossenschaft wird also, wenn denn das Urteil rechtskräftig ist, zahlen müssen.

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   | Stand: 17.10.2017
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   | Stand: 16.10.2017
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