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Bauer tötet angreifenden Beizjagdvogel


Nürnberg (D-AH) - Jeder Tierschutz endet da, wo Leib und Leben von Menschen ernsthaft in Gefahr sind. Das hat in einer Entscheidung (Az. 33 S 114/06) das Landgericht Coburg bekräftigt. Ein Bauer darf sich gegen die Attacken eines Greifvogels wehren und ihn notfalls töten, um einer Verstümmelung zu entgehen, betonten die Richter. Auch und gerade wenn es sich um den dressierten Jagdvogel eines Falkners handelt.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, wurde ein junger Wüstenbussard zum ersten Mal zur Beizjagd eingesetzt. Offenbar aus Unerfahrenheit machte das Tier jedoch einen Bauernhof zu seinem Jagdrevier. Der beherzte Landwirt eilte hinzu und versuchte, den Angreifer mit bloßen Händen von seiner Henne wegzuziehen, als der Bussard sich auf eines der Hühner stürzte. Statt von der verbotenen Beute abzulassen, hackte er dem Bauern aber eine tiefe Fleischwunde in den Handrücken. Woraufhin der Mann in seiner Not und Angst dem Raubvogel den Kopf abschlug. Für den Tod seines Tieres verlangte der Falkner nun 2.500 Euro Geldersatz. Der Landmann habe - zu Unrecht - völlig überzogen reagiert.

Das sahen die Coburger Richter anders. Kein Mensch müsse in einem solchen Fall stillhalten und sich verstümmeln lassen. Die Tötung des Wüstenbussards war der Situation geschuldet und daher angemessen.

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