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Zug mit Dolmetscherin verspätet sich - Gericht muss zahlen


Nürnberg (D-AH) - Bestellt ist bestellt: Trifft ein Experte, den das Gericht angefordert hat, wegen einer Zugverspätung erst ein, wenn die Verhandlung bereits abgeschlossen ist, steht ihm trotzdem das volle Honorar für den vorgesehenen Einsatz zu. Das berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline unter Verweis auf eine Entscheidung (Az. 3 Ta 3/07) des Landesarbeitsgerichts Baden-Württemberg.

Der Zug einer Koreanisch-Dolmetscherin verspätete sich bei ihrer Anreise ins Schwarzwälder Villingen-Schwenningen. Das dortige Gericht musste zum anberaumten und sogar noch extra um eine halbe Stunde verschobenen Termin wegen des Nichterscheinens der Dolmetscherin auf ihre Dienste schließlich ganz verzichten und setze die Vergütung deshalb mit 0,00 Euro fest. Das Stuttgarter Büro der Dolmetscherin verlangte aber 249,30 Euro als Entschädigung für die aufgewendeten Stunden und die Fahrkosten - und bekam mit seiner Forderung Recht.
Denn die verhinderte Sprachexpertin trifft kein Eigenverschulden - sie hätte bei fahrplanmäßiger Ankunft des von ihr gewählten Zuges den Gerichtssaal in der Tat rechtzeitig erreicht. Ein Verschulden des Bahnunternehmens ließ sich aber auch nicht feststellen.

Die Situation ist damit so zu sehen, als wenn die Dolmetscherin mit eigenem Fahrzeug aus von ihr nicht zu vertretenden Gründen zu spät am Gerichtsort erscheinen wäre - wegen eines unvorhersehbaren Staus, eines unverschuldeten Unfall oder eines plötzlichen Unwetters, erklärt die Rechtsanwältin. Und wenn es ihr also unmöglich geworden ist, die vereinbarte Leistung zu erbringen, kann sie für ihre Aufwendungen eine Vergütung verlangen.

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   | Stand: 17.10.2017
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   | Stand: 17.10.2017
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   | Stand: 16.10.2017
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