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Kastanie stürzt auf Kirche - wer zahlt"s?


Nürnberg (D-AH) - Wenn ein öffentlicher Baumriese am Straßenrand von den Naturgewalten entwurzelt wird und geradewegs auf ein Gotteshaus fällt - wer muss dann der Kirchengemeinde den Schaden ersetzen, für den die Versicherung nicht aufkommt? Nicht unbedingt der Stadtkämmerer.
Erst schien der Schneefall kein Ende nehmen zu wollen, dann fegte ein Jahrhundertsturm durch Osnabrück. Zuviel für eine der ehrwürdigen Straßen-Kastanien, die unter der zweifachen Last umbrach und auf die Kirche dahinter stürzte. Den Schaden in Höhe von ca. 15.600 Euro, den die Versicherung nicht zahlte, wollte die Kirchengemeinde nun aus dem Stadtsäckel bezahlt haben. Hätte die Stadt, wie es ihre Pflicht ist, die Straßenbäume sach- und fachgerecht kontrolliert, wäre die jetzt umgestürzte Kastanie bereits vor dem Unfall entfernt worden, weil sie nicht standsicher gewesen ist.
Zwar stellte ein vom Gericht bestellter Gutachter fest, dass der Baum aufgrund einer Wurzelfäule tatsächlich altersschwach war, doch vor Gericht blieb unbewiesen, dass diese Erkrankung bei der Kontrolle des Baumes hätte erkannt werden müssen. Die Stadtangestellten, denen das Blätterwerk nach eigener Aussage zwar als kleiner und bräunlich verfärbt aufgefallen war, sahen die Ursachen dafür nur in einem für Kastanien typischen Miniermotten-Befall. Und dessen Symptome sind laut Gutachter denen einer Wurzelfäule so ähnlich, dass sie im Rahmen der von der Stadt geschuldeten Kontrollen unentdeckt bleiben konnten.

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   | Stand: 28.06.2018
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