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Tödlicher Wespenstich im Job - Arbeitsunfall oder nicht?


Nürnberg (D-AH) - Wird ein Arbeitnehmer während der Dienstzeit von einer Wespe zu Tode gestochen, gilt das grundsätzlich als Arbeitsunfall - mit allen daraus resultierenden Ansprüchen für die Hinterbliebenen. Allerdings bedarf es dafür eines klaren Beweises, dass der Betroffene wirklich an einem Insektenstich gestorben ist.

Im verhandelten Fall hatte ein Hausmeister, wie es zu seinen dienstlichen Obliegenheiten gehörte, zunächst die Firmenpost in der örtlichen Poststelle abgeholt und dann auf der Rückfahrt in einer Bäckerei die Brötchen für die Kantine seines Arbeitgebers eingekauft. Im dem Geschäft wurde ihm plötzlich übel. Er sagte der Verkäuferin noch, ihn hätte gerade eine Wespe gestochen, und schleppte sich zu seinem Auto vor der Tür, wo er reglos sitzen blieb. Alle Reanimationsversuche der herbeigerufenen Notärztin blieben erfolglos. Der den Totenschein ausstellende Mediziner fand keinen Einstich oder ein typisches Kehlkopfödem. Eine Obduktion wurde nicht durchgeführt. Die Witwe lehnte eine spätere Exhumierung der Leiche ab.

Damit aber blieb der ursächliche Zusammenhang eines Wespenstichs mit dem Tode des Mannes unbewiesen. Vor Gericht blieb offen, ob der Mann tatsächlich einen Wespenstich erlitten hatte sowie wo und wann genau dies geschah.
Insbesondere die Tatsache, dass der Hausmeister während seiner Arbeit und im eigenen Garten schon öfter von Insekten gestochen wurde, ohne dass es zu allergischen Reaktionen gekommen war, deute nach Ansicht der Richter auf eine andere Todesursache hin. Und ein natürliches Ableben, selbst während der Arbeit, wäre nun mal kein Arbeitsunfall.

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