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Steuerschulden ererbt - Verzugszinsen kommen teuer zu stehen


Nürnberg (D-AH) - Wer neben einem prall gefüllten Sparstrumpf einen Haufen offener Rechnungen erbt, muss die Schulden begleichen. In der Regel kann er diese Aufwendungen aber als Nachlassverbindlichkeiten wieder bei der Erbschaftssteuer absetzen. Die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline warnt jedoch: Handelt es sich bei den Schulden um Zinszahlungen für eine Steuerhinterziehung des Erblassers, dann entfällt dafür ab dem Tage seines Todes die steuerliche Absetzmöglichkeit. Denn mit dem Hinscheiden des eigentlichen Schuldners ist der weiter anfallende Zins unwiderruflich zur Eigenschuld der Erben geworden, hat das Finanzgericht München entschieden (Az. 4 K 3051/04).

Eine in Pöcking verstorbene Frau hatte ein beträchtliches Vermögen hinterlassen. Der Fiskus gab die fällige Erbschaftssteuer zunächst mit rund 110.000 Euro an, korrigierte den Betrag später wegen einer erst nach Jahren festgestellten Steuerschuld der Toten auf 90.000 Euro. Die Erben wollten nun auch die dafür aufgelaufenen Hinterziehungszinsen von immerhin knapp 37.000 Euro gutgeschrieben bekommen. Doch die Finanzbeamten waren nur bereit, die bis zum Lebensende der Verstorbenen fällige Summe von 13.000 Euro abzuziehen. Dem stimmten die Münchener Finanzrichter zu.

Denn zu den von einem Erblasser herrührenden Schulden würden nur alle zu seinen Lebzeiten entstandenen Verbindlichkeiten zählen. Nicht aber der Teil der Zinsschuld, der erst nach dem Tode bis zur Zahlung der hinterzogenen Steuern entsteht. Der Rat des Anwalts: Bei Übernahme des Erbes möglichst schnell die Steuerschuld feststellen lassen und sofort begleichen - dann laufen auch nur minimale Zinsen auf.

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